Rofo 2005; 177 - VO_2112
DOI: 10.1055/s-2005-867530

MRT des Magens: Echtzeitbildgebung für die Beurteilung von Magenmotilitätsstörung im MRT

W Ajaj 1, S Göhde 1, C Kühle 1, M Forsting 1, J Barkhausen 1, T Lauenstein 1
  • 1Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Essen

Ziele: Ziel dieser Studie war die Beurteilung der Magenmotilität mittels MRT-Echtzeitbildgebung bei Patienten mit gastralen Funktionsstörungen im Vergleich zu gesunden Probanden. Methode: 10 gesunde Probanden, 10 Patienten mit Gastroparese und 10 Patienten mit funktionellem Pylorospasmus/Pylorusstenose wurden nach 6 Stunden Nahrungskarenz untersucht. Alle Probanden und Patienten tranken vor der MR-Untersuchung 400ml eines Vanille-Puddings. Alle Untersuchung wurden in Rückenlage an einem 1.5 T Scanner (Magnetom Sonata, Siemens) durchgeführt. Es wurde eine 2D Echtzeit-TrueFISP-Sequenz (TR/TE=3.9/1.9 ms, flip 69°) akquiriert. Für jeden MRT-Datensatz wurde ein gastraler Motilitätsindex (GMI) berechnet. Hierzu wurde die Distanz, die eine peristaltische Welle am Magenkorpus pro Zeiteinheit durchläuft mit der Amplitude der Kontraktion multipliziert. Die Daten der Probandengruppe dienten als interner Referenz-Standard. Alle Patienten wurden vor und nach Therapie-Maßnahmen untersucht. Die GMI-Werte der Patienten vor Therapie wurden mit den Referenzwerten der Probandengruppe und den GMI-Werten nach Therapie verglichen. Ergebnis: Das mit Pudding gefüllte Magenlumen sowie die Magenwand konnten sicher auf den MRT-Datensätzen abgegrenzt werden. Somit war eine Berechnung des GMI bei allen 30 Personen möglich. Der mittlere GMI in der Probandengruppe betrug 2,5 mm2/s. Vor Therapie zeigten Patienten mit Gastroparese einen niedrigeren GMI (1,5 mm2/s), Patienten mit funktionellem Pylorusspasmus/Pylorusstenose einen höheren GMI (9 mm2/s). Der GMI zeigte nach Therapie bei beiden Patientengruppen eine Angleichung an die Referenzwerte der Probandengruppe. Schlussfolgerung: Die MRT-Echtzeitbildgebung erlaubt es nicht invasiv die Magenmotilität zu beurteilen und zu quantifizieren. Zusätzlich kann sie zur Therapiekontrolle bei Magenmotilitätsstörungen eingesetzt werden.

Korrespondierender Autor: Ajaj W

Universitätsklinikum Essen, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Hufelandstrasse 55, 45122, Essen

E-Mail: waleed.ajaj@uni-essen.de