Rofo 2005; 177 - VO_2121
DOI: 10.1055/s-2005-867539

Ultra-schnelle MR-Bildgebung des weiblichen Beckens mit SENSE und FAS bei 3.0 T

N Morakkabati-Spitz 1, J Gieseke 1, G Lutterbey 1, Falkenhausen M von 1, R Blöhmer 1, C Kuhl 1, HH Schild 1
  • 1Radiologische Klinik, MRT, Bonn

Ziele: Vergleich einer ultra-schnellen T2-gewichteten TSE-Sequenz (UF-TSE) mit einer 3.0T-Standard-TSE-Sequenz (3.0T-TSE, äquivalente Parameter zu 1.5T). Ermittlung der Gewebskontraste bei anatomischen Strukturen und pelvinen Pathologien. Methode: Grundlage der ultraschnellen Bildgebung war eine single-shot-TSE-Sequenz, die zur Reduktion der Energiedeposition und Scanzeit mit paralleler Bildgebung (SENSE, SF3) und der Flip-Angle-Sweep-Technik (FAS 75°) kombiniert wurde. FAS erforderte eine Anpassung der Kontrastparameter. Es erfolgte eine prospektive intraindividuelle Vergleichsstudie an 33 Patientinnen, die mit der Referenz 3.0T-TSE (TR/TE 2705/80 ms; 0.7×0.7×4mm Voxelgröße; FoV 360mm; 4.30min Messzeit) und mit UF-TSE (TR/TE 4933/100 ms; 0.7×0.7mm Voxelgröße; FoV 360mm; 39s Messzeit) in randomisierter Reihenfolge am 3.0T Magneten (PMS, Philips Intera 3.0T, Best, NL) untersucht wurden, nach i.v.-Gabe von Buscopan. Die qualitative Auswertung (Konsensusverfahren, 2 Radiologen) umfasste die Analyse von Artefakten (5-Punkte-Scala), Gewebskontrasten und Detektion von Pathologien (direkter Sequenzvergleich, 3-Punkte-Scala). Zusätzlich erfolgte eine quantitative Kontrastmessung. Der Wilcoxon-Test wurde zur Testung auf statistische Signifikanz angewendet. Ergebnis: UF-TSE zeigte signifikant weniger Bewegungsartefakte als 3.0T-TSE. Bezüglich der Detektion pathologischer Befunde (38/38) ergaben sich keine Unterschiede. Die Kontraste in der zonalen Uterus-Anatomie (22/22) sowie zwischen soliden Tumoren und Muskel (25/25) waren bei beiden Sequenzen vergleichbar. UF-TSE zeigte einen signifikant höheren Kontrast zwischen Blase und Muskel (33/33) sowie Ovarzysten und Ovarstroma (15/15) im Vergleich zu 3.0T-TSE. Schlussfolgerung: FAS und SENSE ermöglichen eine ultraschnelle Bildgebung an 3.0T. Die diagnostische Aussagekraft von UF-TSE entspricht 3.0T-TSE. Somit ist UF-TSE besonders geeignet zur Untersuchung unruhiger Patienten und bei Kontraindikationen für Buscopan.

Korrespondierender Autor: Morakkabati-Spitz N

Radiologische Klinik, MRT, Sigmund-Freud-Strasse 166, 53129, Bonn

E-Mail: n.morakkabati@uni-bonn.de