Ziele: Parallele Bildgebung wie SENSE erlaubt Messzeitverkürzungen. Weitere Verkürzungen
der Messzeit sind – insbesondere bei 3.0T – durch die SAR limitiert. Vor allem die
180°-Refokussierung bei TSE-Sequenen führt zu höheren SAR-Werten. Kleinere Winkel
ermöglichen eine deutliche SAR-Reduktion und damit auch kürzere Messzeiten. Ziel ist
– hierauf basierend – die Entwicklung einer schnellen T2-gewichteten 3.0T-TSE-Sequenz
mit optimaler Signalausbeute und gewohnten Kontrasten verschiedener anatomischer Strukturen
im Vergleich zur konventionellen Technik. Methode: Für die Sequenzoptimierung wurde die single shot Technik mit einer räumlichen Auflösung
von 1×1x4mm und TR/TE 3993/80ms gewählt und Messungen an einem Phantom und an 5 Probanden
in Abhängigkeit vom SENSE-Faktor (1–4) und Refokussierungsendwinkel (in 15°-Schritten
von 30° – 180°) durchgeführt. Der Echozug startet jeweils mit 160° und erreicht schon
in 3–8 Schritten (flip angle sweep) den endgültigen konstanten Endwinkel. Die hieraus
ermittelte schnellste Sequenz (8,4s) mit noch ausreichendem Signal kam bei 53 Patienten
zum Einsatz. Untersucht wurde hier das Kontrastverhalten von grauer und weißer Substanz
verschiedener anatomischer Strukturen im Vergleich zur konventionellen Sequenz (135s).
Die Messungen wurden an einem klinischen Routinescanner durchgeführt (Philips 3.0T
INTERA, 8-Element SENSE-Kopfspule). Ergebnis: Die untersuchten Patienten wiesen für den Kontrast zwischen grauer und weißer Substanz
verschiedener anatomischer Strukturen bei den konventionellen Aufnahmen (Messzeit
135s) einen 10–35% höheren Wert als in denen der neuen Technik (8,4s) auf. Von den
162 Läsionen wurde nur eine nicht gesehen. Schlussfolgerung: Dieses neue mit FAS (flip angle sweep)- und SENSE-Technik kombinierte Verfahren erlaubt
bei 3.0T Aufnahmen des gesamten Hirns in 8,4s diagnostischer Bildqualität und könnte
zukünftig vielfach bisherige T2-gewichteten TSE-Routinesequenzen verdrängen.
Korrespondierender Autor: Gieseke J
Philips Medizin Systeme, Clinical Science, Kiefernweg 31, 53123, Bonn
E-Mail: juergen.gieseke@ukb.uni-bonn.de
Key words
variable Refokussierung - Hirn - ultrafast-TSE - Sense - MRT