Ziele: Evaluation der diagnostischen Effizienz und Komplikationsrate von Mehrschicht-CT-Fluoroskopie
(MSCTF) bei der Steuerung perkutaner thorakaler und abdomineller Biopsien. Methode: Insgesamt wurden 70 konsekutive Patienten wegen thorakaler und abdomineller Läsionen
biopsiert. Die Indikationen wurden durch den leitenden Arzt unserer CT-Einheit überprüft,
die Biopsien von zwei erfahrenen Kollegen durchgeführt. Die Interventionen erfolgten
an einem MSCT-Scanner (Somatom Plus 4 Volume Zoom, Siemens, Forchheim, Germany). Primäre
Zielparameter waren das histopathologische Outcome, die Biopsieausbeute, die Anzahl
an erforderlichen Punktionen, die Gesamtdauer der Interventionen, die Gesamtdurchleuchtungszeit,
die patientenbezogene Strahlendosis und die Komplikationsrate. Ergebnis: Die MSCTF-gesteuerten Biopsien zeigten eine diagnostische Genauigkeit von 93%, eine
Sensitivität von 91%, eine Spezifität von 100%, einen positiven Vorhersagewert von
100% und einen negativen Vorhersagewert von 76%. Eine exakte Positionierung der Biopsienadel
gelang zu 90% nach 1 Punktionsversuch, zu 100% nach 2 Punktionsversuchen. Die Gesamtdauer
der Interventionen betrug 474s±185s (Rang, 180–900s), und die Gesamtdurchleuchtungszeit
lag bei 20s±10s (Rang, 4–45s). Das mAs-Produkt betrug 1621±851 (Rang, 336–3780). Die
Gesamtrate an Komplikationen, die 5 Pneumothoraces umfasste, lag bei 7%. Keiner dieser
Pneumothoraces war interventionspflichtig. Schlussfolgerung: Die MSCTF ist ein zuverlässiges Verfahren für die Steuerung perkutaner Biopsien mit
einer niedrigen Rate an therapeutisch relevanten Komplikationen.
Korrespondierender Autor: Kickuth R
Universität Inselspital Bern, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie,
Freiburgstrasse 20, Ch-3010, Bern, Schweiz
E-Mail: ralph.kickuth@insel.ch
Schlüsselwörter
Biopsie - Intervention - Komplikation - Mehrschicht-CT