Rofo 2005; 177 - VO_4104
DOI: 10.1055/s-2005-867855

CT-gestützte lumbale Sympathikolyse bei schwerer pAVK: Objektivierung des peripher verbesserten Einstroms mittels FKDS

J Nickel 1, K Rungenhagen 1, R Andresen 1
  • 1Krankenhaus Güstrow, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock, Abteilung für Bildgebende Diagnostik und Interventionelle Radiologie, Güstrow

Ziele: Die von den Pat. mitgeteilten subjektiven Verbesserungen bei Z.n. lumbaler Sympathikolyse sollten mittels FKDS überprüft und quantifiziert werden. Methode: Bei 136 Pat. (105 Männer, 31 Frauen; Durchschnittsalter 66,1, range 43–82 Jahre) mit pAVK (Fontaine-Stadium IIb – IV) wurde nach ausgeschöpfter operativer bzw. interventioneller Therapie eine CT-gestützte lumbale Sympathikolyse ambulant durchgeführt. Die Punktion erfolgte von dorsolateral, wobei eine 22 G Seibel-Grönemeyer Nadel (Länge 15–20mm) in Höhe der Bogenwurzel von LWK 3 intercavovertebral bzw. interaortovertebral platziert wurde. Ein Medikamentengemisch bestehend aus 96%igem Alkohol, 0,5%igem Carbostesin und Kontrastmittelbeimengungen wurde bei korrekter Nadelposition appliziert. Es wurden im Durchschnitt 10ml (6 bis 12ml) des Sympathikolytikums injiziert, wobei immer nur eine Seite pro Sitzung versorgt wurde. Vor und ca. 120min nach Intervention, sowie 6 Monate postinterventionem wurden mittels FKDS die systolischen und enddiastolischen Flussgeschwindigkeiten, sowie Blutminutenvolumen bestimmt. Ergebnis: Bei allen Pat. ließ sich technisch die Sympathikolyse komplikationslos durchführen. Beginnend am 1. postinterventionellen Tag beklagten 12 Pat. Missempfindungen im Leisten und Oberschenkelbereich, welche sich aber im Verlauf von max. 5 Wochen komplett zurück bildeten. 96% der Pat. zeigten unmittelbar postinterventionell eine signifikante Zunahme der peripheren Durchblutung, wobei sich bei 88% ein ebenfalls signifikant anhaltender Effekt nach 6 Monaten zeigte. Insbesondere profitierten Pat. der pAVK Stadien III und IV. Schlussfolgerung: Bei schwerer pAVK stellt die lumbale Sympathikolyse eine komplikationsarme, effektive und relativ einfach durchzuführende Therapieoption dar, die nach Ausschöpfen der angiografisch-interventionellen bzw. der operativen Maßnahmen in Erwägung gezogen werden sollte. Die signifikanten klinischen Verbesserungen lassen sich zum Teil mittels der in der FKDS objektivierten Perfusionsverbesserung erklären.

Korrespondierender Autor: Nickel J

Krankenhaus Güstrow, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rostock, Abteilung für Bildgebende Diagnostik und Interventionelle Radiologie, Friedrich-Trendelenburg-Allee 1, 18273, Güstrow

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