Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-2005-867932
Spezifische, radiologische Befunde bei Dissektionen der hirnversorgenden Arterien: Vergleich von Spiral-CT, MRT und DSA
Ziele: Die spontane Dissektion hirnversorgender Arterien ist eine seltene, jedoch wichtige Ursache zerebraler Insulte. Eine frühe Diagnose und schnelle Behandlung mittels Antikoagulation entscheidet über den klinischen Verlauf. In dieser Arbeit wurde die Erkennbarkeit spezifischer, diagnosesichernder radiologischer Zeichen bei Dissektionen der Zervikalarterien mittels Spiral-CT, MRT, MRA und DSA vergleichend untersucht. Methode: Die Bildgebung von 47 Dissektionen bei 38 Patienten (mittl. Alter: 41J.) aus 8 Jahren konnte retrospektiv evaluiert werden. Für jedes Verfahren wurden spezifische Zeichen definiert. In den Schnittbildern galten die Darstellung eines Wandhämatoms und die Durchmesserzunahme als spezifisch. Angiographische Verfahren wurden bei Vorliegen eines „String“-Zeichens, eines KM-Depots oder eines Doppellumens als spezifisch gewertet. Die modalitätsbezogenen Detektionsraten wurden mittels eines t-Tests verglichen (p<0,05). Ergebnis: In Schnittbildverfahren ließen sich spezifische Zeichen in 11 von 19 Dissektionen (58%) mittels Spiral-CT und in 29 von 31 Fällen (95%) mittels MRT erkennen. In der angiographischen Darstellung waren spezifische Veränderungen in 7 von 29 Dissektionen (24%) mittels MRA und in 8 von 15 Fällen (53%) mittels DSA erkennbar. Die MRT zeigte im Vergleich zur Spiral-CT insbesondere einen Vorteil in der Darstellung des Wandhämatoms (77% vs. 26%). Die Schwäche der MRA lag im Vergleich zur DSA in der fehlenden Abbildung eines KM-Depots (0% vs. 27%). Unspezifische Zeichen waren in allen Verfahren in vergleichbaren Häufigkeiten detektierbar (Spiral-CT: 95%, MRT: 94%, MRA: 90%, DSA: 93%). Schlussfolgerung: Die MRT detektiert bei Dissektionen der hirnversorgenden Arterien häufiger spezifische Veränderungen als alle anderen Verfahren und sollte deshalb bei Verdachtsfällen in Kombination mit der MRA als Verfahren der ersten Wahl gelten. Die invasive angiographische Abklärung ist Einzelfällen vorbehalten, bei denen die nicht invasive Bildgebung keine eindeutige Diagnose ermöglicht.
Korrespondierender Autor: Krämer C
Universitätsklinikum Münster, Institut für Klinische Radiologie, Albert-Schweitzer-Str. 33, 48149, Münster
E-Mail: kraemers@uni-muenster.de
Key words
Dissektion - Zervikalarterien - multimodales Konzept