Rofo 2005; 177 - PO_95
DOI: 10.1055/s-2005-868203

Evaluation der Komplikationen der nativen Lunge nach Einzellungentransplantation bei Lungenfibrose

A Grgic 1, H Wilkens 1, M Heinrich 1, H Lausberg 1, GW Sybrecht 1, B Kramann 1, M Uder 1
  • 1Uniklinikum des Saarlandes, Institut für Radiodiagnostik, Homburg

Ziele: Die Lungenfibrose hat eine schlechte Prognose, trotz Immunsuppression ist der Krankheitsverlauf meist progredient. Für ausgewählte Patienten bleibt als einzige Therapie eine Lungentransplantation, die überwiegend als Einzellungentransplantation (sLTX) durchgeführt wird. Wir evaluierten Komplikationen der nativen Lunge sowie die Progression der Fibrose unter immunosuppressiver Therapie. Methode: In einer retrospektiven Analyse wurden alle Komplikationen erfasst, die nach sLTx von der nativen Lunge ausgingen. Es wurden 22 IPF Patienten (14 m, 8 f, 24–64J) nach sLTx erfasst. Alle Patienten erhielten initial Cyclosporin, Azathioprin und Prednison. Bezüglich der Progression der Lungenfibrose verglichen wir prä- und postoperative HRCT Untersuchungen, wobei hierzu ein Fibrose- (0–5 für jeden Lappen)und ein Milchglastrübungsscore (0–5 für jeden Lappen) bestimmt wurde. Ergebnis: Bei drei Patienten wurde ein Bronchialkarzinom diagnostiziert. Eine Patientin (41J) starb 9 Jahre nach sLTX an einem Karzinom der nativen Lunge. Bei einem Patienten wurde 5 Jahre nach sLTX ein Adenokarzinom der nativen Lunge diagnostiziert. Bei einem Patienten mit primärem Graft-Versagen fand sich in der explantierten Lunge ein bronchoalveoläres Karzinom. Zwei Patienten wurden wegen rezidivierender Pneumothoraces der nativen Lunge stationär behandelt. Bei einer Patientin führte eine Pneumonie der nativen Lunge zu einem Funktionsverlust der transplantierten Lunge. Per CT erfasste fibrotische Veränderungen der nativen Lunge schritten bei allen Patienten unter der Immunsuppression fort (p=0,0002, Vorzeichen Test). Schlussfolgerung: Bei Patienten mit Lungenfibrose können eine Reihe von Komplikationen durch die native Lunge entstehen. Der Mangel an Spenderorganen erfordert dennoch eine sorgfältige Abwägung der Entscheidung zwischen Einzel- und Doppellungentransplantation.

Korrespondierender Autor: Grgic A

Uniklinikum des Saarlandes, Institut für Radiodiagnostik, Kirrbergerstr. 1, 66421, Homburg

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