Rofo 2005; 177 - PO_111
DOI: 10.1055/s-2005-868219

3 Jahre Mammographie-Screening Weser-Ems – Erfahrungen und Ergebnisse

Gehlen S von 1, A Thiel 1, G Hecht 1, P Jensch 1
  • 1Kuratorium OFFIS e.V., Oldenburg

Ziele: Seit Mai 2002 läuft das Screening in Gemeinden des ländlichen Weser-Ems-Gebietes. Im April 2004 begann die zweite organisatorische Runde. Die Besonderheit des Modellprojektes ist der Einsatz einer mobilen Mammographie-Einheit; das Mammobil. Die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings orientiert sich an den vorgegebenen Parametern der Europäischen Leitlinien. Methode: Die Datenbasis für die Einladung der Frauen stammt von den Einwohnermeldeämtern. Eine vor Ort organisierte Terminplanung und –verteilung garantiert ein flexibles Einladungswesen. Dieses führt zu einer wohnortnahen Untersuchung im Mammobil, verbunden mit einer hohen Teilnahmeakzeptanz. In allen Phasen des Screenings werden mithilfe eines Dokumentationssystems Daten zu Anamnese, Untersuchungen und Ergebnissen erhoben. Das System unterstützt die epidemiologischen Auswertungen, ermöglicht aber auch den Abgleich mit dem Nds. Krebsregister, um die Qualität des Screenings zu beurteilen. Ergebnis: Der Teilnahmetrend entspricht einer 70%-Teilnahmerate (Leitlinien: 70%). Der Anteil der untersuchten Frauen mit auffälligen Screening-Mammographien betrug 6,2% (Leitlinien: <7%). In 93% der empfohlenen Operationen (Leitlinien: >66%) gab es einen malignen Befund. Der entsprechende Anteil der Frauen mit Tumoren, die maximal 1cm im Durchmesser aufwiesen, lag bei 25,7% (Leitlinien: >25%). Der entsprechende Anteil der Frauen mit invasiven Tumoren von max. 15mm Durchmesser betrug 59,5%. (Leitlinien: >50%). Bei 99% konnte der Lymphknotenstatus ermittelt werden. Von diesen Frauen zeigten 87,4% keinen Lymphknotenbefall (Leitlinien: >70%). Die Daten der zweiten organisatorischen Runde werden z.Zt. ausgewertet. Schlussfolgerung: Beim Modellprojekt Weser-Ems kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund der Einhaltung der europäischen Standards einem bedeutenden Anteil an Frauen, deren Karzinome im Screening entdeckt wurden, die Möglichkeit eröffnet wurde, ihre Prognose durch eine frühere und zugleich weniger radikale Therapie zu verbessern.

Korrespondierender Autor: von Gehlen S

Kuratorium OFFIS e.V., Escherweg 2, 26121, Oldenburg

E-Mail: gehlen@offis.de