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DOI: 10.1055/s-2005-868253
Häufigkeit und Dosis röntgendiagnostischer Untersuchungen in Deutschland: 1996–2001
Ziele: Ziel der vorliegenden Untersuchung war die Erfassung von Häufigkeit und Dosis röntgendiagnostischer Untersuchungen in Deutschland für die Jahre 1996 bis 2001 einschließlich einer Trendanalyse. Um einen internationalen Vergleich auf verlässlicherer Basis zu ermöglichen, wurde eine bessere Anpassung des Verfahrens an internationale Standards angestrebt. Durch eine Standardisierung des Verfahrens werden systematische Fehler weitgehend konstant gehalten und eine jährlich aktualisierte Erfassung und Auswertung der Daten gewährleistet. Methode: Hauptquelle für die Häufigkeitsdaten sind die Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung sowie der Verband der privaten Krankenversicherungen. Für die Bestimmung der Dosen einzelner Untersuchungen wurden aktuelle Erhebungen zur CT-Untersuchungspraxis sowie Ergebnisse neuerer Forschungsvorhaben und der aktuellen Literatur sowie stichprobenartige Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz in Krankenhäusern und Arztpraxen berücksichtigt. Aus Häufigkeitsdaten und Dosisabschätzungen wurde die kollektive effektive Dosis und die effektive Dosis pro Einwohner berechnet. Ergebnis: Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bzgl. der Häufigkeit röntgendiagnostischer Verfahren mit ca. 1,8 Untersuchungen pro Jahr und Einwohner im oberen Bereich. Während die Häufigkeit im Zeitraum 1996 bis 2001 weitgehend konstant verläuft, zeigt die mittlere effektive Dosis pro Einwohner einen Anstieg von ca. 1,6 mSv im Jahr 1996 auf ca. 1,8 mSv im Jahr 2001. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die vermehrte Anwendung der Computertomographie zurückzuführen. Schlussfolgerung: Die weltweit beobachtete Zunahme der Häufigkeit und Dosis von Röntgenuntersuchungen spiegelt die gestiegene Wertigkeit der bildgebenden Verfahren und den zunehmenden Einsatz neuer Techniken in Diagnostik, Therapieplanung und Therapiemonitoring wider. Andererseits erfordert die vermehrte Anwendung neuer Technologien wie der MS-CT immer auch eine kritische Abwägung bzgl. der rechtfertigenden Indikation.
Korrespondierender Autor: Nekolla E
Bundesamt für Strahlenschutz, Fachgebiet SG 2.2 ##Diagnostische Radiologie##, Ingolstädter Landstr. 1, D-85764, Neuherberg
E-Mail: ENekolla@BfS.de
Key words
Röntgendiagnostik - Häufigkeit - effektive Dosis - CT