Rofo 2005; 177 - PO_171
DOI: 10.1055/s-2005-868279

Quantifizierung von zerebralem Blutvolumen und Blutfluss mit der dynamischen suszeptibilitätsgewichteten Magnetresonanz-Tomographie (MRT)

H Wegs 1, R Hertel 1, MA Weber 1, HU Kauczor 1, M Essig 1
  • 1DKFZ-Heidelberg, Radiologie, Heidelberg

Ziele: Die dynamische suszeptibilitäts-gewichtete MRT (DSC-MRT) ermöglicht es, den Signalabfall aufgrund des Suszeptibilitätseffektes während Verabreichung eines Tracers (Gd-Chelats) zu messen und daraus die Gewebeperfusion zu berechnen. Wir berichten über unsere Erfahrungen bei der semi-automatischen Auswertung von Perfusionsparameterbildern. Methode: Die Perfusionsmessungen wurden an Patienten mit Hirntumoren, psychiatrischen Krankheitsbildern und Probanden an einem 1.5T-Ganzkörperscanner (Magnetom Symphony, Siemens) mithilfe einer zirkular polarisierten Kopfspule durchgeführt. Verwendet wurde eine dynamische T2*-EPI Sequenz (TR/TE=1440/47ms, Matrix=128/128, FOV=240, 15 Schichten, Schichtdicke=5mm, 60 Wiederholungen, Zeitabstand 1s), bei der ein Kontrastmittelbolus mit einer hohen Injektionsrate (5ml/s) injiziert wurde. Wir haben über eine AIF-Kurve (arterielle Inputfunktion) den prozentualen Signalverlust, das zerebrale Blutvolumen (CBV) und den zerebralen Blutfluss (CBF) unter Verwendung eines kommerziellen Auswerteprogramms (MEDx, Sensor Systems) bestimmt. Ergebnis: Mit der eingesetzten Software war es möglich, die Perfusionskarten in kurzer Zeit in hoher Qualität zu bestimmen. Die Güte der Perfusionsmessungen war von der schnellen Kontrastmittelanflutung (enger Bolus) sowie der Höhe des Signalabfalls im Gewebe bei Kontrastmitteldurchtritt (schneller und hoher Abfallpeak) abhängig. Weiterhin konnte die AIF als Summationsfunktion aus mehreren weiter kranial gelegenen kleineren Gefäßen bestimmt werden. Die Parameterkarten des Parameters prozentualer Signalverlust korrelierten sehr gut mit den Blutfluss und Blutvolumen Parameterbildern bei allen untersuchten Patienten. Schlussfolgerung: Das Vorgehen der Bestimmung der AIF-Kurve in kleineren Gefäßen, sowie der prozentuale Signalverlust als einfach zu berechnender Parameter ermöglicht eine semiautomatische, verlässliche Quantifizierung der zerebralen Perfusion, insbesondere in einem klinischen Umfeld.

Korrespondierender Autor: Wegs H

DKFZ-Heidelberg, Radiologie, Neuenheimer Feld 280, 69120, Heidelberg

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