RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-2005-868299
Mathematisches Modell der multipolaren Radiofrequenz-Ablation basierend auf experimentellen Ex-vivo-Untersuchungen
Ziele: Bestimmung eines mathematischen Modells der multipolaren Radiofrequenz (RF) Ablation zur Vorhersage des Koagulationsvolumens und der Ablationsdauer. Methode: RF Ablationen (n=80) wurden ex-vivo in Rinderleber durchgeführt. Dazu wurden jeweils drei intern-gekühlte, bipolare RF Applikatoren (CelonPro Surge, Celon AG, Berlin), angeordnet in Form eines gleichseitigen Dreiecks, verwendet. In einem multipolaren Modus wurde die RF Energie über die 15 möglichen Elektrodenpaare konsekutiv appliziert. Der Abstand zwischen den RF Applikatoren (2, 3, 4 und 5cm) und die Leistung (75–225 Watt) wurden variiert. Die Konfiguration und das Volumens der weißen Koagulation wurden durch Messung in den makroskopischen Präparaten bestimmt. Aus den Messwerten wurden Funktionen abgeleitet und die totale Variabilität, erklärt durch die Modelle, berechnet. Ergebnis: Das maximal erzeugbare Koagulationsvolumen und die dazu notwendige Ablationsdauer sinkt mit steigender Leistung und mit einer Verringerung des Applikatorabstandes. Das Risiko für eine nicht konfluierende Koagulationen steigt mit einer Zunahme des Applikatorabstandes und einer Erhöhung der Leistung. Das Koagulationsvolumen und die Ablationsdauer variieren in Abhängigkeit von der Leistung und dem Applikatorabstand. Bei 2cm zwischen 101 cm3/62min. (bei 75W) und 40 cm3/4min. (225W). 3cm: 156 cm3/82min. (75W) – 50 cm3/5min. (225W); 4cm: 211 cm3/99min. (75W) – 101 cm3/16min. (125W); 5cm: 324 cm3/192min. (75W) – 157 cm3/36min. (100W). Das Koagulationsvolumen und die notwendige Ablationsdauer lassen sich anhand der berechneten mathematischen Modellen vorhersagen. Schlussfolgerung: Durch multipolare RF-Ablation lassen sich ex-vivo große und konfluierende Koagulationen erzeugen. Die berechneten mathematischen Modelle erlauben ex-vivo eine Vorhersage des Koagulationsvolumens der Ablationsdauer in Abhängigkeit von dem Applikatorabstand und der Leistung.
Korrespondierender Autor: Clasen S
Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Diagnostik, Hoppe-Seyler Str. 3, 72076, Tübingen
E-Mail: stephan-clasen@gmx.de
Schlüsselwörter
Radiofrequenz-Ablation - Multipolar - ex-vivo - Leber - mathematisches Modell