Rofo 2005; 177 - PO_238
DOI: 10.1055/s-2005-868346

MRT-Artefakte bei Verbundwerkstoffen bis 3.0 Tesla

UA Lauer 1, H Graf 1, CD Claussen 1, F Schick 1
  • 1Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Diagnostik, Sektion für experimentelle Radiologie, Tübingen

Ziele: Um eine ausreichende MR-Kompatibilität von Instrumenten und Implantaten für Interventionen zu erreichen, werden immer mehr nichtmetallische Werkstoffe als Alternative in Betracht gezogen. Besonders Verbundwerkstoffe haben das Potenzial, die diversen mechanischen und biologischen Anforderungen zu erfüllen. Aufgabenstellung der vorligenden Arbeit war es, eine systematische Untersuchung von MR-Artefakten verschiedener Verbundwerkstoffe durchzuführen. Methode: Verschiedene Verbundwerkstoffe in Platten- und Röhrchenform wurden bei Feldstärken bis 3.0 Tesla in einem Phantom mit wässriger Gd-DTPA-Lösung (1:200 Magnevist, Schering) untersucht. Vergleichend wurden eine Auswahl thermo- und duroplastischer Kunststoffe gemessen. Ergebnis: Alle gängigen thermo- und duroplastischen Kunststoffe zeigen keine MR-Bildartefakte. Verbundwerkstoffe hingegen können materialabhängig z.T. große Signalveränderungen verursachen. Bei Glasfaser-verstärkten Kunststoffen (GFK) muss mit Lufteinschlüssen aufgrund der Porosität gerechnet werden. Bei Kohlefaser-verstärkten Kunststoffen (CFK) kommt es aufgrund der Leitfähigkeit der eingebetteten Kohlefasern es zu ausgeprägten HF-bedingten Einkopplungen und damit erheblichen Signalmusterveränderungen. Schlussfolgerung: Kunststoffe zeigen in der Regel in der MRT keine oder nur geringe Artefakte. Messungen an Kohlefaser-verstärkten Kunststoffe zeigen jedoch, dass diese aufgrund von HF-Einkopplungen bei 3.0 Tesla verstärkt auftreten und als äußerst kritisch zu bewerten sind.

Korrespondierender Autor: Lauer UA

Universitätsklinikum Tübingen, Radiologische Diagnostik, Sektion für experimentelle Radiologie, Hoppe-Seyler-Ste.3, 72076, Tübingen

E-Mail: ulrike.lauer@med.uni-tuebingen.de