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DOI: 10.1055/s-2005-870855
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York
Akupunktur: Was zeigen die gerac-Studien?
Zum Beitrag aus DMW 4/2005Publication History
Publication Date:
08 June 2005 (online)

Der Aufbau der Studie hält wissenschaftlichen Kriterien sicherlich nicht stand [1]. Da bestimmt alle Patienten schon mit irgendeiner sog. Standard-Therapie Bekanntschaft gemacht hatten, ist es nicht schlüssig, dass eine Standard-Therapie (die zudem anscheinend in punktueller Form in allen Gruppen zur Anwendung kommt) nicht als simultane Basis für die Verum- und die Plazebo-Gruppe der Akupunktur dient. Wie DMW-Leser Dr. med. Günter Böcking schon früher zur gerac-Studie angemerkt hat [2], würde ziemlich sicher weniger postvakzinaler Schmerz bei Kindern angegeben werden, wenn diese zusätzlich zu einer Standardimpfung in der „Verum“-Gruppe noch ein paar Gummibärchen bekämen. Dieser Plazebo-Effekt bewirkt wohl auch, dass Akupunktur und Schein-Akupunktur die gleichen Ergebnisse (aber eben besser als bei Standardbehandlung alleine) bewirkt haben. Im Übrigen: rote und blaue Plazebo-Pillen wirken doppelt so gut wie weiße, und bittere dreimal so gut wie süße. Da muss schmerzhaftes Plazebo doch erst recht wirken!
Literatur
- 1 Schulz-Hanke I. Akupunktur: Was zeigen die gerac-Studien?. Dtsch Med Wochenschr. 2005; 130 139-140
- 2 Böcking G. Leserbrief zu: Chronische Kopfschmerzen: Besserung durch Akupunktur. Dtsch Med Wochenschr. 2004; 129 1700
Prof. Dr. med. Klaus-Werner Wenzel
Facharzt für Innere Krankheiten
Potsdamer Chaussee 80
14129 Berlin-Zehlendorf