Intensivmedizin up2date 2006; 2(1): 57-67
DOI: 10.1055/s-2005-921219
Internistische Intensivmedizin
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Therapie des Rechtsherzversagens

Volker  Westerkamp, Tobias  Welte, Marius  M.  Hoeper
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Publication Date:
05 July 2006 (online)

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Kernaussagen

Das Rechtsherzversagen ist eine häufig übersehene Ursache eines hämodynamischen Schocks und sollte unter Berücksichtigung des typischen klinischen Bildes in der Differenzialdiagnose des Kreislaufversagens bedacht werden.

Die transthorakale Echokardiographie ist die diagnostische Methode der Wahl zur Beurteilung des rechten Herzens.

Anhand der zentralvenösen Sättigung ist eine orientierende Aussage über das Ausmaß der hämodynamischen Einschränkung möglich.

Häufigste Ursachen des Rechtsherzversagens sind die massive Lungenembolie, die Dekompensation einer Rechtsherzinsuffizienz bei vorbestehender pulmonaler Hypertonie und der Rechtsherzinfarkt. Diese Grunderkrankungen sollten möglichst rasch einer spezifischen Therapie zugeführt werden.

Das hämodynamische Management des Rechtsherzversagens orientiert sich an der Optimierung von Vorlast, Kontraktilität und Nachlast.

Angestrebt wird eine hohe rechtsventrikuläre Vorlast unter Vermeidung einer zunehmenden Überdehnung des rechten Ventrikels. Dabei orientiert man sich an Klinik, echokardiographischem Befund und zentralvenösem Druck.

In bestimmten Situationen kann der Einsatz von pulmonal vasodilatierenden Substanzen wir CNO oder Prostanoiden sinnvoll sein.

Zur Verbesserung der myokardialen Kontraktilität ist Dobutamin das Medikament der Wahl. Bei kardiochirurgischen Patienten sind Phosphodiesterase-III-Inhibitoren eine sinnvolle Therapiealternative.