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DOI: 10.1055/s-2006-924944
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York
Leitliniengerechte Herzinsuffizienzbehandlung in Deutschland (Ergebnisse der MAHLER-Studie)
Zum Beitrag aus DMW 39/2005Publication History
Publication Date:
23 January 2006 (online)
Die Studie vergleicht im zweiten Teil die Hospitalisierungsraten in Abhängigkeit von der Leitlinientreue der Herzinsuffizienz [1]. Soweit so gut. Aber sind diese beiden Gruppen überhaupt vergleichbar? Die Nichtanwendung der Leitlinien ist ja sicher nicht nur reine Willkür oder Zufall, sondern könnte ihren Grund in gravierenden Begleiterkrankungen haben, die die Umsetzung der Leitlinien behindern. Das ist unter praktischen Aspekten sogar die wahrscheinlichste Ursache, die eine Leitlinientherapie verhindert hat.
Das bedeutet aber, dass die nichtkonform Behandelten eventuell „kränker“ sind, verglichen mit den konform Behandelten. Oder andersherum: Die Nichtumsetzbarkeit der Leitlinien ist ein indirekter Indikator für Zusatzerkrankungen. Diese haben natürlich einen erheblichen Einfluss auf die Hospitalisierungsraten.
Somit haben sich durch die Leitlinienselektion nicht mehr vergleichbare Gruppen gebildet. Dies hätten die Autoren mit statistischen Mitteln adjustieren müssen. Zumindest fehlt der Beweis, dass die Gruppen in puncto Komorbidität vergleichbar sind.
Dass dies unterlassen wurde, ist ein schwerer methodischer Mangel. Die Aussage, dass leitlinienkonforme Therapie „gesündere“ Patienten produziert, bleibt damit letztendlich unbewiesen.
Literatur
- 1 Flesch M. et al . Leitliniengerechte Herzinsuffizienzbehandlung in Deutschland. Dtsch Med Wochenschr. 2005; 130 2191-2197
Dr. H. Gross
Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin
Weimarische Str. 4
10715 Berlin