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DOI: 10.1055/s-2006-927206
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Neue Versorgungsformen in der Dermatologie
Vernetzte stationär-ambulante Prävention von schweren Berufsdermatosen: Eckpunkte für eine funktionierende integrierte Versorgung in Klinik und PraxisNew Forms of Management in DermatologyIntegrated In-Patient-Out-Patient Prevention of Severe Occupational Dermatoses: Cornerstones for an Effective Integrated Management in Clinics and PracticesPublication History
Publication Date:
03 January 2007 (online)


Zusammenfassung
Berufsbedingte Hauterkrankungen machen mehr als Œ aller gemeldeten Berufskrankheiten (BK)-Verdachtsfälle an die zuständigen Unfallversicherungsträger aus und nehmen hiermit unter den Berufskrankheiten seit Jahren die Spitzenposition ein. Zur Prävention berufsbedingter Hauterkrankungen wurden eine Reihe effektiver Maßnahmen auf der Ebene der primären und sekundären Prävention etabliert, wie z. B. das Hautarztverfahren und interdisziplinäre, ambulante Hautschutzschulungsmaßnahmen. Bei ambulant therapieresistenten Berufsdermatosen kommen die erweiterten Abhilfemaßnahmen auf der Ebene der tertiären Individualprävention (TIP) zum Tragen. Beispielhaft konnte hier anhand des seit 1994 an der Universität Osnabrück angebotenen modifizierten stationären Heilverfahrens („Osnabrücker Modell”) gezeigt werden, dass durch intensivierte, interdisziplinäre präventive Anstrengungen bei ⅔ der Patienten mit konkret drohender Gefahr des objektiven Unterlassungszwanges der beruflichen Tätigkeit ein langfristiger Berufsverbleib erzielt werden kann. Die Maßnahme beinhaltet eine 2 - 3-wöchige stationäre Behandlung einschließlich intensivierter gesundheitspädagogischer Schulungen und eine nachstationäre 3-wöchige Arbeitskarenz, um eine vollständige Konsolidierung der epidermalen Barriere zu gewährleisten. Basierend auf den Erfahrungen des „Osnabrücker Modells” wurde jüngst eine prospektive Multicenterstudie zur tertiären Prävention schwerer berufsbedingter Hauterkrankungen gestartet. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt zeichnet sich der Nutzen einer entsprechenden erfolgreichen engen Verzahnung ambulanter und stationärer interdisziplinärer Prävention ab; die vorgestellten Konzepte stellen einen wesentlichen Schritt zu einem gestuften Diseasemanagement in der Berufsdermatologie dar.
Abstract
Occupational dermatoses (OD) are the most frequent occupational diseases in Germany and amount to more than 25 % of all suspected occupational diseases. Preventive measures have proven to be very effective in recent years, especially measures of primary and secondary prevention as components of a complex hierarchical prevention concept in wet work occupations. If employees are in danger of loosing their job due to a severe OD, intensive interdisciplinary measures of tertiary individual prevention (TIP) are required. TIP comprises 2 - 3 weeks of in-patient treatment plus intensive health-pedagogic counselling, followed by 3 consecutive weeks (or longer) of out-patient treatment by the local dermatologists (”Osnabrueck model”). Each patient will stay off work for a total of at least 6 weeks to allow full barrier-recovery. It could be shown that 2/3 of the patients successfully remained in their workplaces because of TIP. TIP reveals remarkable pertinent options for interdisciplinary disease management in severe OD in all risk professions. In Germany recently, a multi-centre study was started which will further standardise such preventive measures and evaluate their long-term success.
Schlüsselwörter
Berufsbedingte Hauterkrankungen - gesetzliche Unfallversicherung - primäre, sekundäre und tertiäre Prävention
Key words
occupational skin diseases - statutory employers’ liability insurance - primary, secondary and tertiary prevention