Zusammenfassung
Dr. Hans Wapler (f 1951) war in der Homöopathie ein Führer der reformfreundlichen
wissenschaftlich kritischen Richtung. Sein Wirken hat in der Hahnemann-Biographie
Fritsches eine vernichtende Kritik erfahren. Sein Bestreben war aber, die Homöopathie
als einen Zweig der Allgemeinmedizin einzugliedern. Deshalb unternahm er es, mit führenden
Persönlichkeiten der Universitäten in Gedankenaustausch zu kommen und sie über das
Wesen der Homöopathie aufzuklären. Außerdem erklärte er in Abweichung von der Lehre
Hahnemanns nicht die "Simileregel", die für ihn nur ein Findungsprinzip für die homöopathische
Arzneimittelkunde darstellt, sondern das Zutreffen der "Umkehrregel" und der Erfahrung
bei der Krankenbehandlung als Maßstab, ob eine Organo- oder Systemotropie im Sinne
einer von einem Heilmittel zu erwartenden "Heilwirkung" zu erwarten sei. Er brachte
eine stoffliche, quantitative Note in die homöopathische Lehre, die eine größere Möglichkeit
zur Beweisbarkeit und zur Anerkennung durch die Allgemeinmedizin darbot als die strenge
Befolgung der unveränderten HAHNEMANNschen Lehre. Damit hat er sich ein Verdienst
um die homöopathische Wissenschaft erworben.