Zusammenfassung
Trotz dem Siegeszug der Chemotherapie und der antibiotischen Therapie bakterieller Infektionen hat wegen der damit verbundenen Nebenwirkungen und Mängel, aber auch wegen Erfolglosigkeit bei manchen Erregern (zum Beispiel Viren) die sogenannte unspezifische Behandlung der Infektionskrankheiten noch immer breiten Raum. Sie wendet sich an die selbstregulatorischen Abwehreinrichtungen des Organismus und führt bei Überwindung der Krankheit zu einer ausreichenden Immunisierung. Die Homöotherapie ist als "nach den Symptomen des Kranken abgestimmte Reiztherapie" auf dieses Ziel gerichtet. Sie erweist sich in der Praxis als erfolgreich in sehr vielen Fällen von akuten und chronischen Infektionen, ohne mit dem Risiko allergischer und toxischer Nebenwirkungen belastet zu sein. Bei manchen früher unheilbaren bakteriellen Infektionen, bei schwerem Verlauf und bei gewissen Infektionen wie Tuberkulose und den venerischen Erkrankungen sollten allerdings die bakteriotropen Mittel als überlegene Hilfe unbedingt zur Anwendung kommen. Wegen des anderen Angriffspunkts erscheint es aber auch in diesen Fällen angezeigt und vorteilhaft, gleichzeitig homöopathisch zu behandeln. An einigen Beispielen wird zu zeigen versucht, daß durch homöopathische Behandlung nicht selten chronisch rezidivierende Infektionen zur Heilung gebracht werden können, bei denen es unter bakteriotroper Behandlung offenbar nicht zu einer genügenden Immunisierung gekommen war.