RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-2006-942171
© Georg Thieme Verlag
Auswirkungen von Retentionsmaßnahmen auf die Rezidivneigung nach Anwendung geringer kontinuierlicher und intermittierender kieferorthopädischer Kräfte[*]
Eine experimentelle Untersuchung an HundenThe Effect of Retention on Orthodontic Relapse after the Use of Small Continuous or Discontinuous ForcesAn Experimental Study of Beagle Dogs[*]Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
28. September 2006 (online)


Zusammenfassung
Rezidivierung ist ein großes Problem bei der kieferorthopädischen Behandlung und man versucht im Allgemeinen die Entwicklung eines Rezidivs mit Retentionsmaßnahmen zu verhindern. Die Auswirkungen von Retentionsmaßnahmen auf die Entstehung eines Rezidivs nach der aktiven Bewegung von Zähnen durch verschiedene Kraftarten wurden allerdings bisher noch nicht im Rahmen einer standardisierten experimentellen Studie untersucht. Für die vorliegende Untersuchung wurden bei insgesamt 19 Hunden der Rasse Beagle die unteren dritten Prämolaren extrahiert. Drei Monate später wurde damit begonnen, die unteren zweiten Prämolaren körperlich mit Kräften von 10 cN bzw. 25 cN nach distal zu bewegen. Die jeweiligen Kräfte wirkten 24 h d-1 bzw. 16 h d-1. Nach vier Monaten wurde bei der Hälfte der Versuchstiere die Entwicklung eines Rezidivs ermöglicht. Bei der zweiten Gruppe schloss sich an die aktive Zahnbewegung eine Retentionsphase von 90 Tagen an, bevor auch hier eine Rezidivierung einsetzen konnte. Die Beziehungen zwischen den angewandten Kraftarten, der aktiven Bewegung der Zähne, der Retention und dem Rezidiv wurden statistisch untersucht. Die Stärke der ausgeübten Kräfte hatte keinerlei Auswirkungen auf die Rezidiventwicklung, wohingegen eine kontinuierliche Kraftwirkung eine länger andauernde Entwicklung und ein stärker ausgeprägtes Rezidiv zur Folge hatte als eine intermittierende Krafteinwirkung. Zwischen dem Ausmaß der aktiven Zahnbewegung und der Rezidivierungsgeschwindigkeit sowie der Gesamtrezidivierung ergab sich eine positive signifikante Korrelation. Zwischen dem Ausmaß der aktiven Zahnbewegung und der Rezidivierungsdauer fanden wir keinen Zusammenhang. Die Retentionsmaßnahmen hatten keinen Einfluss auf die Rezidivierungsdauer, allerdings war nach der Retentionsphase die Gesamtrezidivierung deutlich vermindert. Der Einfluss der Retention auf die Gesamtrezidivierung korrelierte schließlich eindeutig mit dem Ausmaß der aktiven Zahnbewegung.
Abstract
Relapse is a major concern in orthodontics for which avoidance retention is the general procedure. However, the effect of retention on relapse after active tooth movement with different force regimes has never been studied in a standardized experimental setting. Mandibular third premolars were extracted in 19 young adult beagle dogs. Three months later, the second premolars were bodily moved distally with forces of 10 cN or 25 cN. The forces were applied for 24 h d-1 or for 16 h d-1. After 4 months, relapse was allowed in half of the animals, while in the others relapse was preceded by retention for 90 d. Statistical analyses were performed on the relation between force regime, active tooth movement, retention, and relapse. Force magnitude had no effect on relapse, while continuous forces resulted in a longer-lasting and more pronounced relapse than did discontinuous forces. A significant positive correlation was found between the amount of active tooth movement and both the rate and the total amount of relapse, but not between the amount of active tooth movement and the duration of the relapse. Retention had no effect on the duration of the relapse, but it strongly decreased its total amount. Finally, the effect of retention on the amount of relapse was strongly correlated with the amount of active tooth movement.
Schlüsselwörter
Zahnbewegung - kieferorthopädische Kräfte - Rezidiv
Key words
tooth movement - orthodontic forces - relapse
1 Der englischsprachige Originalartikel ist erschienen in Eur J Oral Sci 2003; 111: 111-116