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DOI: 10.1055/s-2006-951124
Altersappendizitis: Das CRP macht den Unterschied!
Einleitung: Die Appendizitis des älteren Menschen lässt aufgrund klinischer und paraklinischer Befunde häufig viele Differenzialdiagnosen zu. Die Diagnose wird häufig zu spät gestellt. Ziel der Studie war, die besonderen Charakteristika der Altersappendizitis zu untersuchen.
Methodik: Es erfolgte eine prospektive Erfassung aller in unserer Klinik im Zeitraum vom 01.01.2004 bis 31.08.2005 appendektomierten Patienten. Hierzu wurden die Daten zu Alter (Gruppen: <15J., 15–40J., 41–60J. und >60J.), Klinik, Entzündungsparametern und histologischem Befund (Katergorien: 1.katarrhalisch, 2.erosiv/ulcerös, 3.ulcero-phlegmonös, 4.fortgeschritten/abszedierend, 5.gangränös-perforiert und 6.chronisch) erhoben. Aufgrund der klinischen Relevanz wurden die histologischen Kategorien ohne Perforation (1–4, 6) der mit Gangrän/Perforation (5) gegenübergestellt. Die statistische Analyse erfolgte mittels Chi-Quadrat-Test, T-Test und ROC-Analyse.
Ergebnisse: Von insgesamt 285 appendektomierten Patienten waren 11,9% (34) älter als 60 Jahre. Von den 285 Patienten wiesen 11,2% (32) eine gangränöse und bereits perforierte Appendizitis auf. Bei den über 60-Jährigen kam es mit 38,2% gegenüber den anderen Altersgruppen am häufigsten zu einer Perforation. In der Altersgruppe >60 Jahre zeigte sich bei Pat. mit Perforation ein mittlerer CRP-Wert von 216mg/l (SEM±34); bzw.von 93mg/l (SEM±20) für Pat. ohne Perforation (p ≤0,005). Die ROC-Analyse erbrachte einen Cut-off-Wert von 96mg/l mit einer Sensitivität von 92% und einer Spezifität von 67% für das Vorliegen einer Perforation (AUC=0,813). Klinischer Befund sowie das Ausmaß der Leukozytose zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Altersgruppen und den Patienten mit bzw. ohne perforierte Appendizitis.
Diskussion: Fazit für die Praxis bei der Altersappendizitis: Klinische Befunde, Leukozytose und Körpertemperatur sind auf Grund der Inhomogenität für eine direkte Indikationsstellung eingeschränkt verwertbar. Im Gegensatz dazu bietet die CRP-Bestimmung eine Entscheidungshilfe für die Operationsindikation bei der Altersappendizitis. CRP-Werte größer 96mg/l ermöglichen fast immer (92%) eine Korrelation mit dem intraoperativen und histologischen Befund einer perforierten Appendizitis.