PiD - Psychotherapie im Dialog 2007; 8(1): 29-35
DOI: 10.1055/s-2006-951993
Aus der Praxis
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Stationäre systemische Therapie

Jochen  Schweitzer, Wilhelm  Rotthaus, Martin  Altmiks, Friedebert  Kröger, Martin v.  Wachter, Sabine  Kirschnick-Tänzer, Cornelia  Oestereich
Further Information

Publication History

Publication Date:
13 April 2007 (online)

Zusammenfassung

Stationäre systemische Therapie zeichnet sich insbesondere aus durch den intensiven Einbezug von Familie und anderen wichtigen Bezugspersonen, durch die Wertschätzung der Funktionalität der Symptomatik, durch eine sehr weitgehende Ressourcen- und Lösungsorientierung und durch viel Gelegenheit zur systemischen Selbstreflexion aller Beteiligten. Wir beschreiben zunächst in sehr knapper Form die Haltungen, die Settings, die Behandlungstechniken und die institutionellen Voraussetzungen systemischer Therapie im stationären Kontext. Dies wird illustriert an fünf Beispielen: am Einbezug der Eltern in der Kinder- und Jugendpsychiatrie; an Auftragsklärung und Therapiezielplanung in der Akutpsychiatrie; an Genogramm- und Skulpturgruppen in der Psychosomatik/ Psychotherapie; an regionalen Behandlernetzwerken im Umfeld einer Station und an der familientherapeutischen Arbeit mit Migranten. Die Erfahrungen ermuntern dazu, systemische Therapie als eine integrative Basisphilosophie für stationäre Teams zu nutzen, in die übungs- und beziehungsorientierte Angebote anderer Therapieschulen gut integriert werden können.

Literatur

  • 1 Duhl F, Duhl B, Kantor D. Learning space and action in family therapy: in primer of sculpure. In: Bloch D (Hrsg) Technics of family therapy. New York; Grune & Stratton 1973
  • 2 Kröger F, Petzold E, Ferner H. Familientherapie in der klinischen Psychosomatik: Skulptur-Gruppenarbeit.  Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik. 1984;  19 361-379
  • 3 Oestereich C. Kulturelle Familienwirklichkeiten.  Familiendynamik. 2001;  1/26 22-43
  • 4 Rödel B. Praxis der Genogrammarbeit. Dortmund; Verlag modernes Lernen 1990
  • 5 Rotthaus W. Das Rollenverständnis der MitarbeiterInnen in der stationären systemischen Kinder- und Jugendpsychiatrie.  Zeitschrift systemische Therapie. 1995;  13 105-110
  • 6 Rotthaus W. Stationäre systemische Kinder- und Jugendpsychiatrie. 2. Aufl. Dortmund; Verlag modernes Lernen 1998
  • 7 Schweitzer J, Engelbrecht D, Schmitz D, Nicolai E, Borst U. Systemische Akutpsychiatrie - Ein Werkstattbericht (Themenheft „Psychotherapie und Psychiatrie”).  Psychotherapie im Dialog. 2005;  6 (3) 255-263
  • 8 Schweitzer J, Schlippe A v. Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung II: Das störungsspezifische Wissen. Göttingen; Vandenhoeck und Ruprecht 2006
  • 9 Sydow K v, Beher S, Retzlaff R, Schweitzer J. Die Wirksamkeit der systemischen Therapie/Familientherapie. Göttingen; Hogrefe 2007

1 Weitere Informationen unter www.psychosomatik-aalen.de/nwe.htm

Korrespondenzadresse:

Prof. Dr. Jochen Schweitzer

Universitätsklinikum Heidelberg

Zentrum Psychosoziale Medizin

Institut für Medizinische Psychologie

Sektion Med. Organisationspsychologie

Bergheimer Straße 20

69115 Heidelberg

Email: Jochen.Schweitzer-Rothers@med.uni-heidelberg.de