Fortschr Neurol Psychiatr 1991; 59(7): 286-292
DOI: 10.1055/s-2007-1000704
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nervus femoralis-Läsion unter Heparintherapie

Femoral nerval lesion secondary to heparin therapyE.  Puschmann , B.  Neundörfer , J.  Bauer
  • Neurologische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
10. Januar 2008 (online)

Abstract

Two case reports on femoral nerve lesion due to hematoma in the iliopsoas muscle or as the case may be in the iliacus muscles on both sides are presented with review of the literature. Synopsis of the reported cases - certainly a minority of anticoagulant therapy complications nevertheless increasingly mentioned in the literature - suggests that there might be a higher risk of bleeding for women within the first week of so-called high-dose heparin therapy. Coagulation studies do not contribute essentially in preventing retroperitoneal haematoma since they are within therapeutic limits in many cases. So clinical observation is crucial in the diagnosis of this complication of heparin therapy, which might occur more frequently under concomitant administration of acetacylic acid. Early surgical decompression of the femoral nerve seems to provide better results seen on follow-up than conservative treatment, especially in patients with rapid onset of severe limb weakness.

Zusammenfassung

Anhand zweier Fallbeobachtungen von Femoralisläsion bei Hämatom des M. iliopsoas bzw. bilateralen Hämatomen des M. iliacus unter sog. Vollheparinisierung werden analoge, ausführlich dokumentierte Fälle aus der Literatur zusammengestellt. Tendenziell läßt sich an dieser kleinen Fallgruppe einer relativ seltenen, jedoch in letzter Zeit häufiger berichteten Komplikation ablesen, daß möglicherweise für Frauen ein höheres Blutungsrisiko in der ersten Behandlungswoche besteht, für das eine verläßliche präventive Risikoabschätzung, etwa anhand der Gerinnungsparameter, nicht zur Verfügung steht. Diese befinden sich häufig im sog. therapeutischen Bereich. Möglicherweise ist das Risiko bei gleichzeitiger Verabreichung von Heparin und Acetylsalicylsäure nochmals erhöht. Derzeit ist der Arzt zuerst auf die klinische Verdachtsdiagnose angewiesen, um frühzeitig eine Blutungskomplikation zu erkennen. Insgesamt schneiden operativ versorgte Patienten bei Nachuntersuchungen besser ab, so daß beim raschen Auftreten hochgradiger Paresen frühzeitig an eine operative Dekompression gedacht werden muß.