Zusammenfassung
Die Gefahren der Hochfrequenzbeatmung ergeben sich aus dem Mangel an meßtechnischen
Zugängen zur Lunge. Die in der Literatur beschriebenen Schleimhautläsionen der Trachea
und der Bronchien lassen sich bei guter Befeuchtung und Erwärmung der Gase ebenso
verhindern wie die Auskühlung des Patienten. Ob Hochfrequenzbeatmung zur Sekretolyse
oder zur Stimulation der Mukusproduktion führt, ist ebensowenig entschieden wie die
Frage nach erhöhter Aspiratonsgefahr während Hochfrequenzbeatmung bei ungeblocktem
Tubus. Auswirkungen der Hochfrequenzbeatmung auf die Pulmodynamik und damit auf die
Mobilisation eines Krankheitsherdes stehen zur Diskussion. Ob Bewegungseinschränkung
oder vermehrte Bewegung einer Krankheitszone der Parenchymheilung am dienlichsten
ist, wurde nicht gezeigt. Auswirkungen der hochfrequenten Lungenanregung auf das vegetative
Nervensystem und auf das endokrine System, wie eine vermehrte Freisetzung von PGI2, ein antidiuretischer Effekt, eine einschläfernde und atemdepressive Wirkung, das
Auftreten einer metabolischen Azidose sowie Auswirkungen auf das Gerinnungssystem
sind inkonstant und bedürfen daher unter klinischen Bedingungen der ganz besonderen
Beachtung.
Summary
Dangers of high-frequency ventilation result from the lack of a sensitive monitoring
technique. Mucosal lesions of the trachea and the bronchi as well as cooling of the
patient can be prevented by adequate humidification and heating of the gas flow. It
is still controversial whether HFV leads to increased mucus production or secretolysis,
and whether it prevents or promotes aspiration. The influence of mobilisation or immobilisation
of a pulmonary focus on its recovery is not well understood. Interferences of HFV
with the autonomic nervous system and endocrine system, like an increased release
of PGI2, an antidiuretic and narcotic effect, with the coagulation system and the acid-base
balance are inconsistent and therefore need particular clinical observation.