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DOI: 10.1055/s-2007-1003108
Zur Anästhesie bei aortokoronaren Bypassoperationen: Vergleich der hämodynamischen Einflüsse neuerer Techniken der totalen intravenösen Anästhesie
Anaesthetic Considerations in Patients Undergoing Aorto-Coronary Bypass Graft Surgery. Comparison of the Haemodynamic Influence of Two Recent Total Intravenous Anaesthetic TechniquesPublication History
Publication Date:
22 January 2008 (online)
Zusammenfassung
Die vorliegenden Untersuchungen wurden an 20 Patienten bei aorto-koronaren Bypass-Operationen durchgeführt. Geprüft wurde der Einlaß zweier neuerer total intravenöser Anästhesie-Techniken mit der Kombination Etomidat und Fentanyl bzw. Flunitrazepam und Fentanyl auf die Hämodynamik im großen und kleinen Kreislauf. Es konnte gezeigt werden, daß unter Einfluß beider Verfahren der systemische arterielle Blutdruck, trotz eines initialen Abfalls, der ohne klinische Relevanz verläuft, für den ganzen Verlauf der Operation in einem sicheren Bereich bleibt. Während sich die Herzfrequenz weitgehend konstant verhält, fällt unter Einfluß beider Narkosetechniken das „rate pressure product” (RPP), das als klinisches Maß für den Sauerstoffverbrauch des Myokards angegeben wird, signifikant ab. Der diastolische Blutdruck, der als einzelner Faktor als die wichtigste Determinante der Koronarperfusion gilt, wird durch beide Anästhetika-Kombinationen wenig beeinflußt; er bleibt jedoch unter dem Einfluß der Kombination Etomidat und Fentanyl auf einem höheren Niveau als unter dem Einfluß des Vergleichsverfahren. Es werden folgende Schlußfolgerungen gezogen: In den hier definierten und angewendeten Dosierungs-Schemata sind die Anästhetika-Kombinationen von sowohl Etomidat und Fentanyl als auch Flunitrazepam und Fentanyl gut geeignet für die Narkose von Patienten mit einer reduzierten koronaren Perfusion und kardio-hämodynamischen Leistungsbreite. Das Narkoseverfahren mit der Kombination Etomidat und Fentanyl beeinflußt den diastolischen Blutdruck, der als wichtigste Determinante der Koronarperfusion gilt, günstiger als das Vergleichsverfahren; umgekehrt wird das „rate pressure product” (RPP), das als klinisches Maß für den Myokard-O2 Verbrauch gilt, durch die Anästhesie-Technik mit der Kombination Flunitrazepam und Fentanyl günstiger beeinflußt als mit der Kombination Etomidat und Fentanyl.
Summary
20 patients electively scheduled for operation were enrolled in the study and anaesthesised randomly with one of the two techniques etomidate + fentanyl (I) or flunitrazepam + fentanyl (II). Haemodynamics were assessed by continuously measuring blood pressure in the systemic and pulmonary circulations, as well as the heart rate, and intermittently determining the cardiac output. It could be shown that systemic arterial blood pressure, in spite of an initial drop after induction of anaesthesia, remained within an acceptable safety margin throughout the investigation period. Whereas heart rate remained almost constant in both groups, the rate-pressure product which may serve as a measure of myocardial oxygen consumption in the clinical setting, decreased considerably in both groups, although more appreciably under the influence of the anaesthetic technique flunitrazepam + fentanyl. Although the diastolic blood pressure as the most significant individual factor determining coronary blood flow was not changed appreciably in both groups, it remained at a higher level under the influence of the anaesthetic technique etomidate + fentanyl (I). We conclude that both anaesthetic regimes described here may be safely applied for the anaesthesia of patients with reduced coronary perfusion and cardiohaemodynamic reserve potential.
