Zusammenfassung
Nach einer Zusammenfassung von Literaturangaben über bisher erhobene audiometrische Befunde bei Legasthenikern wird über eigene Erfahrungen berichtet.
Bei der Electric Response Audiometry konnten keine typischen Veränderungen gefunden werden, ebenso nicht bei dem dichotischen Test nach Feldmann. Zu diesem Problem sind exemplarische Fälle demonstriert. Bei statistisch belegbaren Untersuchungen mit einem binauralen Test audiovisuell bei Wechsel von normaler mit sensibilisierter (verstammelter) Sprache zeigt sich eine deutlich schlechtere Leistung der Erkennung von Begriffen bei einem Kollektiv von 150 Legasthenikern, die schlechter liegt als bei einem vergleichbaren Kollektiv Minderbegabter der entsprechenden Altersgruppe. Bei unauffälligen Kindern im Vorschul- und Schulalter ist die Leistung altersabhängig. Möglicherweise könnte auf diese Weise in Verbindung mit einem wortfreien Intelligenztest im Vorschulalter audiometrisch die Verdachtsdiagnose einer Legasthenie gestellt werden.
Summary
The audiological findings in 150 legasthenics are discussed and a review of the literature is given. The E.R.A. and Feldmann's dichotic test did not reveal any characteristic changes in our patients. However, a binaural audiovisual test using normal and synthezised stammered words alternatively showed a statistically significant impairment in recognizing the presented material in legasthenics compared to less gifted individuals of the same age. The results in normal children varied according to age. It might therefore be possible to diagnose legasthenics with this test in combination with an intelligence test in pre-school age.