Abstract
Analysis of the prescribing of psychotropic drugs in the psychiatric hospital of the
Free University of Berlin revealed a slight decrease in the mean number of prescriptions
to our patients over recent years. As a response to intensified psychopharmacological
pretreatment the proportion of patients who had initially been treated drug-free (up
to the 10th day after admission) rose steadily every year. The use of neuroleptics
increased significantly, mainly due to increased prescriptions of this group of compounds
to endogenous depressives. The use of benzodiazepines, however, decreased in all groups
of patients. Simultaneous use of neuroleptics was a clear leader in the category of
drug combinations. Low-potent neuroleptics (i.e. perazine, clozapine), clomipramine,
and the MAO-inhibitor tranylcypromine were preferred increasingly in recent years;
reduced prescription rates were found for haloperidol, clomethiazol, and metamizol.
These changes may be related to an ongoing process of reevaluating benefits and risks
of available treatments. The systematic updating of prescribing patterns is an essential
tool for quality control of psychiatric pharmacotherapy.
Zusammenfassung
Die Untersuchung des Verschreibungsmusters von Psychopharmaka in der Psychiatrischen
Klinik der Freien Universität Berlin zeigte eine leichte Abnahme der durchschnittlichen
Anzahl von Verordnungen pro Patient in den letzten Jahren. Der Anteil der Patienten,
die bis zum 10. Tag nach Aufnahme zunächst psychopharmakonfrei behandelt wurden, nahm
stetig zu, was mit der zunehmenden medikamentösen Vorbehandlung der Patienten zusammenhängen
dürfte. Der Einsatz von Neuroleptika nahm in der Klinik signifikant zu, was weitgehend
auf den erhöhten Verbrauch bei endogen Depressiven zurückging. Benzodiazepine wurden
in allen diagnostischen Untergruppen zunehmend restriktiv verwandt. In allen 4 Jahren
waren Kombinationen von Neuroleptika innerhalb aller Kombinationsarten am weitaus
häufigsten. Mittelpotente Neuroleptika (Perazin, Clozapin) sowie Clomipramin und der
MAO-Hemmer Tranylcypromin wurden in den letzten Jahren zunehmend bevorzugt, dagegen
nahmen die Verschreibungen von Haloperidol, Clomethiazol und Metamizol vergleichsweise
ab. Änderungen der Verschreibungsgewohnheiten dürften mit dem ständigen Wandel von
Nutzen/Risiko-Bewertungen in Zusammenhang stehen. Sie können durch den Vergleich von
Verschreibungshäufigkeiten über mehrere Jahre sichtbar gemacht werden. Diese systematische
(Längsschnitt-)Überwachung ist damit ein wesentliches Instrument der Qualitätskontrolle
psychiatrischer Arzneimittelbehandlung