Zusammenfassung
Bei der Friedreich'schen Ataxie (FRDA) handelt es sich um eine schwere progrediente, neurodegenerative Erkrankung, die sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem betrifft. Diese autosomal vererbte Ataxie tritt mit einer Häufigkeit von 1 bis 2 pro 100000 Geburten auf. Die Erkrankung manifestiert sich um die Pubertät und ist im allgemeinen durch eine spinale und zerebellare Ataxie, Dysarthrie, Verlust von Muskeleigenreflexen, Muskelschwäche und Störungen der Vibrations- und Lagewahrnehmung charakterisiert. Die Abgrenzung der Friedreich'schen Ataxie gegenüber anderen spinozerebellaren Ataxien ist aufgrund der variablen Expressivität äußerst schwierig. Die Lokalisation des FRDA-Lokus auf Chromosom 9 in Verbindung mit eng gekoppelten DNA-Markern ermöglicht es, Risikofamilien eine DNA-Diagnostik anzubieten. An drei Familien stellen wir hier beispielhaft die Ergebnisse der DNA-Diagnostik dar, die durch Southern-Blot Analyse und Polymerase-Ketten-Reaktion erzielt wurden. In zwei Familien mit konsanguinen Eltern konnte bei den gesunden Kindern zwischen Homozygoten und Heterozygoten differenziert werden. Eine der vorgestellten Familien mit zwei betroffenen Kindern war nicht informativ, so dass die FRDA-Allele nicht eindeutig identifiziert werden konnten. Aufgrund der niedrigen Rekombinationsfrequenz von ca. 1% zwischen den Markern und dem FRDA-Allel können für informative Familien relativ sichere Risikoberechnungen durchgeführt werden.
Summary
Friedreich's ataxia (FRDA) is a severe progressive neurodegenerative disorder, involving both the central and peripheral nervous systems. The incidence of this autosomal recessively inherited disease is approximately 1 to 2 per 100000. The disorder is usually manifested around puberty and is generally characterised by spinal and cerebellar ataxia, dysarthria, loss of tendon reflexes, muscle weakness and disturbances of vibration and position senses. The differentiation of Friedreich's ataxia from other spinocerebellar ataxias is very difficult because of its variable expression. Localisation of FRDA locus to chromosome 9 and identification of tightly linked DNA markers make it possible to provide DNA diagnosis to families at risk. We present the DNA diagnosis data of three families, using Southern blot analysis and polymerase chain reaction. In two families with consanguineous parents the differentiation between heterozygous and homozygous non-affected offsprings was possible. DNA diagnosis of the third family with two affected children turned out to be non-informative for the linked markers. The recombination frequency between the used markers and the FRDA allele is about 1%. Hence, the risk calculation for informative families can be assumed to be reliable.