Laryngorhinootologie 2008; 87(1): 4-5
DOI: 10.1055/s-2007-1022670
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Kopf-Hals-Chirurgie - Perioperative Antibiotikaprophylaxe nicht optimal

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Publikationsdatum:
25. Januar 2008 (online)

 

Die Antibiotikaprophylaxe bei sauberen und sauber-kontaminierten Eingriffen im Kopf-Hals-Bereich soll nosokomiale Infektionen am Eingriffsort verhindern. Allerdings wird diese Prophylaxe in der Praxis nicht immer lege artis durchgeführt, wie eine Untersuchung an einer HNO-chirurgischen Einheit in Irland aufzeigt. Clin Otolaryngol 2007; 32: 197-208

Nosokomiale Infektionen haben häufig ihren Ursprung am Ort des chirurgischen Eingriffs und führen zu erhöhter Morbidität und Mortalität sowie verlängerten Liegezeiten. Kann die Antibiotikagabe bei kontaminierten und septischen Eingriffen als Therapie gelten, so wird sie bei sauber und sauber-kontaminierten Operationen eher im Sinne einer Prophylaxe durchgeführt. Hierbei ist laut amerikanischen Leitlinien zu fordern, dass die Antibiotika wirksam und sicher sein müssen und in einer Dosis und zu einem Zeitpunkt verabreicht werden, dass eine adäquate Dosis auch am Wirkort erreicht werden kann. Außerdem soll der Einsatz nicht länger als notwendig erfolgen.

B. G. Fennessy et al. überprüften zunächst die Evidenz für eine antibiotische perioperative Prophylaxe anhand der Literatur. Für sauber-kontaminierte Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich sowie für Tonsillektomien fanden sie die höchste Evidenzstufe (Level I) und gegen saubere Eingriffe in diesem Bereich einen Evidenzgrad II.