Zusammenfassung
Fragestellung: Das HELLP-Syndrom ist eine schwere schwangerschaftsspezifische Erkrankung, die bei
einer verzögerten Therapie zu erheblichen Risiken für Mutter und Kind führt. Bei voller
Ausprägung des Krankheitsbildes ist die Laborkonstellati on typisch, in den Anfangsstadien
ergeben sich jedoch immer wieder differentialdiagnostische Schwierigkeiten. Die vorliegende
Arbeit untersucht, inwieweit die Messung des AkutPhase-Proteins CRP die Diagnostik
beim HELLP-Syndrom ergänzen kann.
Material und Methodik: In einer retrospektiven Studie wurden die CRP-Werte bei 46 HELLP-Syndrom Fällen unserer
Klinik aus den Jahren 1991 -1996 analysiert. Eingang fanden die CRP-Werte, die unmittelbar
vor der Entbindung entnommen wurde Bei zwei Patientinnen hat sich das Vollbild der
Erkrankung erst während des weiteren stationären Aufenthaltes entwickelt. so daß die
HELLP-typische Laborkonstellation in diesen Fällen nicht schon bei der ersten Probe
zu erkennen war.
Ergebnisse: Der CRP-Wert lag bei 30 der 46 Patientinnen (65%, über 12 mg/I und damit außerhalb
des Normalbereiches für de Schwangerschaft. Der Medianwert lag bei 23 mg/I bei einem
Maximalwert von 98 mg/I. Höhere CRP-Werte waren mit niedri geren Thrombozytenzahlen
korreliert (p = 0,02). Zwischen den CRP-Werten und den Enzymaktivitäten von AST und
LDH be stand kein signifikanter Zusammenhang.
Schlußfolgerung: Erhöhte CRP-Werte können durch das HELLP-Syndrom erklärt werden. Sie dürfen nicht
als Indikatoren für das gleichzeitige Vorliegen einer bakteriellen Infektion ge wertet
werden.
Abstract
Purpose: Hemolysis, elevated liver enzymes combined with a low platelet count are known as
an atypical form of preecampsia and commonly refered to as HELLP Syndrome. The laboratory
trias is characteristic in most cases, but the diagno sis may be difficult in patiens
without these typical laboratory findings.
Material and Method: In our retrospective study on 46 women with a HELLP-syndrome, serum concentrations
of the C-reactive protein (CRP) were analysed. Only CRP-concentrations measured immediately
before delivery were evaluated. Both patients with antepartum and Postpartum laboratory
evidence of HELLP-syndrome were included.
Results: In 30 of 46 women (65%) with laboratory evidence of HELLP-syndrome the CRP-concentrations
were above 12 mg/I, presenting the upperlimit of the normal range during pregnancy.
The median value was 23 mg/I, with 98 mg/I being the maximum value measured in one
patient. Increasing serum concentrations of CRP were correlated with low platelet
counts (p = 0.02). There was no correlation between the CRP levefs and the enzyme
activities of AST and LDH. There was also no significant correlation between the conventional
parameters platelet count and AST levels, demonstrating the heterogeneity of laboratory
findings in HELLP-syndrome.
Conclusion: Thus, elevated CRP-Ievels may supplement the diagnostic parameters in cases of suspected
HELLP-syndrome. On the other hand, abnormal concentrations of CRP do not point to
an infectious disease in patients with a HELLP-syndrome.