Zusammenfassung
Bei 232 Patientinnen mit Postmenopausenblutung wurde die Validität sonographischer
Beurteilungskriterien im Hinblick auf endometriale Neoplasien geprüft. Aufgrund der
Gegenüberstellung sonographischer und histologischer Endometriumbefunde hat sich eine
Endometriumhöhe von > 4 mm mit einer Sensitivität von 94,9% für das Endometriumkarzinom
und 84% für benigne und maligne endometriale Neoplasien zusammen als geeigneter Schwellenwert
zur Fahndung nach pathologischen Befunden erwiesen. Die geringe Spezifität (53%) dieses
Grenzwertes für echte Neoplasien läßt sich durch Einbeziehung morphologischer Parameter
wie inhomogene Struktur, unscharfe Begrenzung und fehlende Darstellung eines Cavumspaltes
in die sonographische Beurteilung wesentlich steigern. Innerhalb eines Ultraschallscreenings
bei asymptomatischen postmenopausalen Patientinnen müssen sie, wie wir in einer Analyse
von Alter und Postmenopausendauer aufzeigen konnten, umso mehr berücksichtigt werden,
je jünger die Patientinnen mit einer sonographischen Endometriumhöhe > 4 mm sind und
je kürzer die letzte normale Regelblutung zurückliegt. Aufgrund unserer Ergebnisse
müssen wir bis zum 60. Lebensjahr bzw. bis 5 Jahre nach der Menopause in 50 bis 70%
mit einem proliferierten Endometrium als histologischem Korrelat für die Überschreitung
des sonographischen Grenzwertes von 4 mm rechnen. Bevor eine invasive Diagnostik eingeleitet
wird, sollte daher bei symptomlosen Patientinnen ohne sonographische Zusatzkriterien
der postmenopausale Status bestätigt bzw. andere Ursachen für eine Restproliferation
des Endometriums aufgedeckt werden.
Abstract
We checked on the validation of vaginal ultrasound parameters to detect endometrial
neoplasma by apposing the histological and sonographical data of 232 patients with
postmenopausal bleeding. An endometrial height of more than 4 mm proved a good preliminary
fact to screen for pathological Undings (sensitivity: 94.9% for endometrial Cancer
and 84% for benign and malignant neoplastic lesions). The low specificity (53%) of
this threshold value can be increased by including morphological parameters like inhomogeneous
structure, irregulär demarcation and lack of an endometrial middle echo. When Screening
postmenopausal women by transvaginal sonography these must be taken into account particularly
with younger patients whose menopause occurred only recently. Until the age of sixty,
respectively until 5 years after menopause, 50 to 70 % endometrial proliferation must
be taken into account causing an endometrial height of more than 4 mm in ultrasound.
Therefore, before starting invasive diagnostics, one should confirm the postmenopausal
State of asymptomatic patients without additional sonographical criteria and exclude
other reasons for endometrial proliferation.