Zusammenfassung
Hintergrund und Fragestellung: Die ständige Impfkommission (STIKO) zählt medizinisches Personal seit 1988 (STIKO Empfehlungen 1988) ausdrücklich zu den Risikogruppen, die gegen Influenza geimpft werden sollten. Allerdings ist die Impfakzeptanz bei medizinischem Personal gering. Warum gerade medizinisches Personal nicht ausreichend gegen Influenza geimpft ist und wie diesbezüglich eine Verbesserung erreicht werden kann, ist Gegenstand dieser Studie.
Probanden und Methoden: Am Universitätsklinikum Frankfurt am Main wurde seit der Influenzasaison 2003/2004 mittels einer Aufklärungskampagne verstärkt auf die Notwendigkeit einer Influenzaimpfung aufmerksam gemacht. Im Rahmen der Influenzaimpfung 2006/2007 wurde eine anonyme Fragebogenerhebung bezüglich des Impfverhaltens der Mitarbeiter durchgeführt. Von insgesamt 4080 Mitarbeitern (2715 Frauen/66,5 %; 1365 Männer/33,5 %) ließen sich 1052 Beschäftigte (25,8 %) gegen Influenza impfen. Dabei handelte es sich um 628 Frauen und 419 Männer sowie fünf Mitarbeiter, die in dem Fragebogen bezüglich ihres Geschlechtes keine Angabe gemacht hatten. Der überwiegende Anteil dieser Mitarbeiter (76,2 %) war zwischen 20 und 49 Jahre alt.
Ergebnisse: Durch die Aufklärungskampagne wurde eine Steigerung der Durchimpfungsrate bezüglich Influenza erzielt. Trotzdem bestanden weiterhin deutliche „Impfdefizite”. Lediglich 25,8 % der Beschäftigten ließen sich aktuell gegen Influenza impfen.
Folgerung: Trotz umfangreicher Impfkampagnen und einem signifikanten Anstieg des geimpften Personals (von 3,5 % im Jahre 2001/2002 auf 25,8 % in der Saison 2006/2007) ist die Akzeptanz der Influenzaimpfung bei Beschäftigten im Gesundheitswesen ungenügend. Langfristig sollten weitere umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, um einen besseren und präventiven Impfschutz zu erzielen.
Summary
Background and objective: Since 1988 the recommendations of the Standing Committee on Vaccination (STIKO) at the Robert Koch Institute has explicitly designated healthcare workers (HCW) as persons that should be vaccinated against influenza. However, the acceptance rate of influenza vaccination within medical personnel is low. This account describes reasons why the vaccination rate remains inadequate and how it could be improved.
Methods: At the University Hospital Frankfurt an anonymized questionnaire regarding the attitude towards influenza vaccination was distributed in the course of a vaccination campaign in 2006/2007. 1,052 healthcare workers among 4,080 healthcare workers (2,715 females/ [66.5%]; 1,365 males [ 33.5%] were vaccinated against influenza (35.8%), 628 females and 419 males, while gender was not recorded for five. Most of the participants (76.2%) were between 20 and 49 years old.
Results: An extensive information campaign achieved an increase in the influenza vaccination rate. Nevertheless significant vaccination gaps still exist. A mere 25.8% of personnel participated in the influenza vaccination campaign.
Conclusion: In spite of an extensive vaccination campaign and a significantly increased vaccination rate of the personnel (3.5% in 2001/2002; 25.8% in 2006/2007), the acceptance of influenza vaccination remains low. Long-term measures are required to obtain better rates for preventive vaccine protection against influenza.
Schlüsselwörter
Beschäftigte in Gesundheitsberufen - Influenzaimpfung - Impfraten
Key words
healthcare personnel - influenza vaccination - vaccination rates