Zusammenfassung
Deutschland ist eines der OECD-Länder mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben im Gesundheitswesen,
ohne jedoch bei der durchschnittlichen Lebenserwartung bei Geburt in 2002 ähnlich
positiv abzuschneiden. Der Unterschied zu Japan ist besonders gravierend: Während
Japaner eine durchschnittliche Lebenserwartung laut OECD-Studien von über 80 Jahren
haben, liegt die der Deutschen deutlich darunter bei nahezu doppelt so hohen pro Kopf-Ausgaben.
In dieser Untersuchung wird am Beispiel des japanischen Gesundheitswesens der Frage
nachgegangen, worin dieser Unterschied begründet ist und welche Erkenntnisse für Deutschland
übertragbar sind. Hierzu wurde die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung
der beiden Länder gegenübergestellt in Relation zu den Gesundheitsausgaben pro Kopf.
Diese Entwicklung wurde in Bezug gesetzt zu relevanten Ereignissen oder Veränderungen
im Gesundheitswesen, um evtl. Strukturfaktoren identifizieren zu können.
Die Datenlage zeigt deutlich, dass die Lebenserwartung in Japan nicht immer oberhalb
der Deutschlands lag, sondern in 40 Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Die Ursachen
hierfür sind vielfältig, liegen aber möglicherweise auch darin begründet, dass in
Japan bereits vor 40 Jahren mit den „Nutritional Guidelines for the Japanese People”
eine dezidierte Präventionspolitik gestartet wurde. Aus den Entwicklungen und Erkenntnissen
der Japaner lassen sich wichtige Faktoren ableiten, um insbesondere den Bereich der
Primärprävention in Deutschland erfolgreich zu stärken und damit die Lebenserwartung
positiv bei möglicherweise sogar langfristig sinkenden Gesundheitsausgaben pro Kopf
beeinflussen zu können.
Summary
Germany is one of those OECD-countries with the highest per-capita-expenses in public
healthcare, but is lagging behind in life-expectancy compared to other countries like
Japan, where life expectancy is highest at comparatively low costs.
This article investigates reasons for this discrepancy in costs and outcome, and tries
to form a hypothesis how this gap could be narrowed. One key finding was that Japan’s
life expectancy had not always been higher, but increase continuously over the past
40 years. While reasons for this development are plenty-fold, one relevant factor
could be the early introduction of the „Nutritional Guidelines for the Japanese People”,
with which the Japanese Government started to implement a dedicated prevention policy.
The positive developments in Japan provide an indication of how this can be achieved
in other countries as well and to increase life expectancy without significantly increasing
expenses.
Schlüsselwörter
Prävention - Primärprävention - Vorsorge - Sekundärprävention - Lebenserwartung -
Krankheitskosten
Key words
prevention - primary care - secondary care - life expectancy - health expenditure
Literatur
- 1 Abholz H -H.
Hausärztliche Prävention. In: Kirch W, Badura B Prävention, Ausgewählte Beiträge des Nationalen Präventionskongresses
Dresden 2005. Springer 2006: 55-70
- 2 Bundesministerium für Gesundheit .Statistisches Taschenbuch Gesundheit 2002, 10.12.
- 3 Bundesregierung .http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2007/05/2007-05-09-mehr-lebensqualitaet-durch-gesunde-ernaehrung-und-bewegung.htmlStatistisches
Bundesamt, Grunddaten der Krankenhäuser und Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen.
Fachserie 12, Reihe 6.1, 2001 Wiesbaden. 2003
- 4 Japanese Ministry of Health, Labour and Welfare .Annual Reports on Health and Welfare,
1998 - 1999 Social Security and National Life, http://www.mhlw.go.jp/english/wp/wp-hw/index.html.
- 5
Middeke M.
Ohne Stärkung der Prävention ist jede Gesundheitsreform unvollständig.
Dtsch med Wochenschr.
2006;
131
2515-2518
- 6 OECD .Health at a Glance, OECD Indicators 2005, http://www.oecd.org/document/11/0,2340,en_2649_34
631_16502667_1_1_1_1,00.html
- 7 OECD Health Data 2006 .http://www.ecosante.org/OCDEENG/714.html.
- 8 The Economist .The World in 2005: Quality of Life-Report, www.economist.com/theWorldIn/international/displayStory.cfm?story_id=3372495&d=2005
-.
- 9 United Nations .Human Development Index Report, http://hdr.undp.org/hdr2006/pdfs/report/HDR06-complete.pdf. 2006
Dr. Wolfgang Böcking
Kolbergerstr. 23
81679 München
Phone: + 49 173 6671395
Fax: + 49 1212-5-110-78-203
Email: wolfgang.boecking@web.de