Laryngorhinootologie 1989; 68(1): 62-66
DOI: 10.1055/s-2007-998286
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Stimme des Sängers im Phonetogramm*

Phonetograms of the Singers' VoiceF. Klingholz1
  • Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. E. Kastenbauer) Abt. für Phoniatrie und Pädaudiologie
* Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1 Herrn Prof. Dr. H. H. Naumann zum 70. Geburtstag gewidmet.
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Publication Date:
29 February 2008 (online)

Zusammenfassung

Phonetogramme wurden in Subfelder, die die Stimmregister approximieren, zerlegt und analytisch beschrieben. Über eine rechnerische Ableitung von Parametern konnten zwei Klassifikatoren gewonnen werden, die zwischen Stimmgattungen und stimmlichen Leistungsfähigkeiten differenzierten. Die Bewertung von 21 untrainierten und 34 trainierten Stimmen ergab, dass sich die beiden Stimmgruppen signifikant unterscheiden, wobei Sänger eine größere Leistungsfähigkeit in der Kopf- und Bruststimme zeigten als Nichtsänger. Sängerinnen verfügten dagegen nur in der Kopfstimme über eine stärkere Leistungsfähigkeit gegenüber Nichtsängerinnen. Eine vom Klangeindruck ausgehende Stimmgattungsklassifikation kann fehlerhaft sein und somit zu Stimmproblemen führen. Auch das einseitige Training von Brust- oder Kopfstimmfunktion führt zu funktionellen Störungen der Singstimme. Mit Phonetogrammen wurden in der Studie derartige Fälle demonstriert.

Summary

Phonetograms were subdivided into areas approximating voice registers. By means of an analytical description of the areas, parameters could be established for a differentiation of voice categories and efficiency. The evaluation of 21 untrained and 34 trained voices showed a significant difference between the two groups. Male singers demonstrated more efficiency in the head and chest registers than male non-singers; female singers showed a stronger efficiency only in the head voice in comparison with their non-singer counterparts. Proceeding from voice sound alone, voices are often misclassified regarding the voice categories, and voice problems arise. Moreover, enhanced training of only chest or head voice function results in functional disorders in the singing voice. Such cases can be demonstrated by means of phonetograms.