Zusammenfassung
Die Zunahme technischer Weiter- und Neuentwicklungen in der Radiologie hat auch im
HNO-Bereich die Bedeutung dieser Fachdisziplin für die Diagnostik zahlreicher Krankheitsbilder
erhöht. Anhand der Mittelohrdiagnostik soll im vorliegenden Beitrag die Bedeutung
bildgebender Verfahren aufgezeigt und diskutiert werden, da das Felsenbein zu den
schwierigsten anatomischen Strukturen unseres Faches zählt und die Aussagefähigkeit
diagnostischer Methoden gerade in dieser Region besonders eindrucksvoll demonstriert
werden kann. Neben einer kurzen Würdigung konventioneller Übersichts- und Schichtaufnahmen
wird die aktuelle Bedeutung der hochauflösenden Computertomographie (HR-CT) für die
Dokumentation der Mittelohranatomie und -pathologie dargestellt. Diese Untersuchungstechnik
muß heute als Methode der Wahl bei verschiedenen klinischen Fragestellungen im Cavum
tympani angesehen werden. Aufgrund eigener Ergebnisse, die an fast 130 Patienten mit
Mittelohrerkrankungen erhoben wurden, lassen sich auch die aktuellen Indikationen
für die HR-CT klar definieren: Wir halten dieses diagnostische Verfahren insbesondere
bei Verdacht auf Felsenbeinfrakturen sowie Mittelohrmißbildungen für unbedingt erforderlich.
Als weitgehend neue und bis dato noch nicht abschließend beurteilbare Techniken werden
die Sekundärschnittrekonstruktionen sowie die 3-D-Darstellung vorgestellt und ihre
potentielle Bedeutung für einen weiteren Fortschritt in der radiologischen Mittelohrdiagnostik
diskutiert.
Summary
During the past few years the importance of imaging methods for the diagnosis of head
and neck diseases has increased significantly. Due to the rapid development of new
techniques like “high-resolution” CT (HR-CT) and magnetic resonance imaging, radiology
has become an important factor in the preoperative evaluation of many diseases in
our discipline. The middle ear region in particular is known to be a complicated area
and was often hard to interpret by radiological methods used so far. In the present
paper the diagnostic value of HR-CT is demonstrated. Over the past two years we examined
130 patients suffering from middle ear diseases like malformations (MEM), otosclerosis,
cholesteatoma and temporal bone fractures (TBF) with HR-CT. From our point of view
the indications for this special examinations should be limited to MEM and TBF. The
results and side effects of HR-CT and conventional tomography are compared and discussed.
Finally, future perspectives of middle ear imaging are presented. Different reconstructive
techniques have been developed during the past years, which might supply additional
information for further questions arising in middle ear pathology in the future. At
the present time none of these methods are ready for routine clinical use.