Zusammenfassung
Ziel der Studie und Methodik: Zur Identifikation einer Veranlagung zu maligner Hyperthermie (MH) wird der Halothan-Koffein-Kontrakturtest
am Skelettmuskel durchgeführt. Nach den Testresultaten bleibt die MH-Empfindlichkeit
gegenwärtig bei ca. 14 % der untersuchten Patienten ungeklärt (MHE). Um diesen Anteil
zu verringern, wurde daher die zusätzliche Einführung des „Ryanodintests” zu dem etablierten
Verfahren vorgeschlagen. Da alle bisher verwendeten Präparate aus Ryanodin und Dehydroryanodin
bestanden, wurde in dieser Arbeit das jetzt zur Verfügung stehende, hochreine Ryanodin
(HPR) in den Konzentrationen 2,5 und 10 μmol/l untersucht.
Ergebnisse: Die MH-Anlageträger (MHS) entwickelten bei allen Konzentrationen signifikant schnellere
Muskelkontrakturen als die MH-Nichtanlageträger (MHN). Nur unter 2 μmol/l konnte allerdings
eine zeitliche Überlappung der Einzelwerte vermieden werden. Würde man ein Zeitintervall
für MHS und MHN festlegen, könnten drei MHE-Patienten durch den Ryanodintest der MHS-Gruppe
und drei der MHN-Gruppe zugeordnet werden.
Schlußfolgerungen: Die gegenwärtige MH-Diagnostik sollte durch den hier dargelegten Ryanodinkontrakturtest
erweitert werden.
Summary
Objective and study design: The identification of disposition for malignant hyperthermia (MH) is performed by
the halothane-caffeine contracture test in skeletal muscle. However, testing currently
renders about 14 % of the patients MH equivocal (MHE). To reduce this number the „ryanodine
contracture test” has been proposed in addition to the established procedure. As all
ryanodine preparations used until now are combinations of ryanodine and dehydroryanodine,
we investigate in this study the effects of the now available high-purity ryanodine
(HPR) in concentrations of 2,5 and 10 μmol/l.
Results: With all concentrations contractures appeared significantly earlier in MHS (malignant
hyperthermia susceptible) than in MHN (malignant hyperthermia non-susceptible). However,
only at 2 μmol/l a time overlap between both groups was not observed. By defining
a time interval for MHS and MHN, three of the MHE patients could be assigned to MHS
and three to MHN following their ryanodine-induced contractures.
Conclusion: The ryanodine contracture test should be added to the current diagnostics of malignant
hyperthermia.