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DOI: 10.1055/s-2008-1034507
Erwinia herbicola bei Sepsis im Kindesalter
Septicaemia caused by Erwinia Herbicola in an 8-Year-Old BoyPublication History
Publication Date:
13 March 2008 (online)


Abstract
A child suffering from osteomyelitis of the left ankle developed fulminant septicaemia with repetitive isolation of Erwinia herbicola in pure culture. Plants are considered to be the primary source of the infective agent and lacerations as well as stab wounds from thorns might be the port of entry. The boy's septicaemia could be governed by parenteral therapy with tobramycin, cephalothin, and carbenicillin. In the course of his illness, the child had produced antibodies against the homologous Erwinia strain.
Typcial criteria allowing the identification and differential diagnosis against other Enterobacteriaceae are the lack of the amino acid decarboxylase und dihydrolase activities, the absence of H2S and indole production, the synthesis of a gelatinase and of a yellow pigment.
It appears that, although classically thought of as plant pathogens, members of the Erwinia genus can produce infection in man. Therefore they should receive the same attention in hospital hygiene as other opportunistic human pathogens.
Zusammenfassung
Bei einem Kind mit einer Osteomyelitis des linken Sprunggelenks entwickelte sich eine fulminante Sepsis, bei der wiederholt Erwinia herbicola in Reinkultur nachgewiesen wurde. Die Infektionserreger stammen in erster Linie von Pflanzen, Infektionsmöglichkeiten ergeben sich bei Hautverletzungen durch Risse oder Stiche an Dornen. Das septische Krankheitsbild konnte durch die Therapie mit Tobramycin, Cephalothin und Carbenicillin beherrscht werden. Im Verlauf der Erkrankung hatte das Kind Antikörper gegen den homologen Erwinia-Stamm gebildet.
Charakteristische Merkmale zur Identifizierung und Abgrenzung von E. herbicola gegen andere Gattungen der Familie Enterobacteriaceae sind das Fehlen der Aminosäuredecarboxylase- und -dihydrolase-Aktivitaten sowie die fehlende H2S- und Indolproduktion, das Vorhandensein einer Gelatinase und die Bildung eines gelben Pigments.
Es scheint, daß die Bakterien des Genus Erwinia, die ursprünglich nur als Erreger von Pflanzenkrankheiten angesehen wurden, auch beim Menschen Infektionskrankheiten hervorrufen können. Daher sollten sie im Rahmen der Krankenhaushygiene die gleiche Beachtung finden wie andere opportunistisch pathogene Keime des Menschen.