Zusammenfassung
Verschiedene Maßnahmen zur Behandlung von homologen Knochentransplantaten mit dem
Ziel insbesondere der HIV-Inaktivierung werden gegenwärtig diskutiert, um die Sicherheit
in der Transplantation zu erhöhen. Nach tierexperimentellen Untersuchungen stellt
die Wärmebehandlung bei 65° C eine Möglichkeit dar, die das Einwachsverhalten der
Knochentransplantate nicht beeinträchtigt. In der vorliegenden klinischen Studie werden
die Ergebnisse von 49 Tansplantationen mit entsprechend thermisch vorbehandelten Transplantaten
vorgestellt und mit 37 konventionellen Transplantationen verglichen. Die durchschnittlichen
Nachuntersuchungszeiten in den beiden Gruppen betrugen 24 und 29 Monate, die Wiederfindungsquoten
90% bzw. 76%. Bei der röntgenologischen Auswertung nach einem eigenen modifizierten
Score fiel eine geringe Verzögerung in der knöchernen Einheilung zwischen der 39.
und 52. Woche auf, im übrigen waren keine Unterschiede im Verlauf und in den Ergebnissen
feststellbar. Die Komplikationsraten betrugen 11,4% vs. 10,7%. Insgesamt scheint das
vorgestellte Aufbereitungsverfahren für Knochentransplantate eine praktikable Methode
für die klinische Praxis zu sein. Zusätzlich zu den bekannten Knochenbankrichtlinien
sollte daher die Wärmebehandlung weiter optimiert und erprobt werden, um das trotz
des 3-Monats-Tests verbleibende Restrisiko zu senken.
Abstract
Several ways for HIV inactivation in bone allografts are being discussed. These methods
must be efficient, but they must not compromise biologic properties of the allografts.
According to animal studies. moderate heat treatment of bone allografts in a 65° C
waterbath has no adverse effects on osseoinlegration. A clinical follow-up study of
49 patients with heat treated bone allografts was conducted. 37 patients with conventional
cryopreserved allografts were included in the study as controls. Average follow-up
time was 27 months. Results were evaluated by clinical and X-ray examination, using
a modified radiologic score. No significant differences in the two groups were detected,
except for a slight retardation in bony integration of the heat treated allografts
between week 39 and 52 postoperatively. Complication rates were 11,4% vs. 10,7%. In
conclusion, moderate heat treatment of bone allografts appears to be a practicable
and safe method to improve safety in bone transplantation in clinical practice. In
addition to the known guide lines for bone banking heat treating of allografts should
be further improved in order to minimize the low remaining risk of infection which
exists despite of the three months test.