Abstract
After an urogenital infection with Chlamydia trachomatis, 1 - 3% of all persons develop
reactive arthritis. Although Chlamydia trachomatis cannot be cultured from the synovial
fluid and membrane by microbiological techniques, Chlamydia trachomatis was identified
by molecular biological and immunological methods in the joints of patients with reactive
arthritis. Moreover, new studies demonstrated Chlamydia trachomatis as a viable and
metabolically active bacterium in the joint. Chlamydial antigens are produced and
infected macrophages are stimulated to produce monokines. By these means the persistent
chlamydial infection can initiate and perpetuate the synovial inflammatory process.
According to this pathogenetic concept the elimination of Chlamydia trachomatis in
the joint should ameliorate the arthritis. However, studies with antibiotics (tetracycline,
ciprofloxacine) failed to show a therapeutic value of this strategy. The failure of
the antibiotics tested so far might result from the particular metabolical state of
the persistent chlamydial infection in the joint. We developed an in-vitro model of
a persistent infection to test new antibiotics with improved efficacy against intracellular
bacteria. Moreover, clinical studies with these new antibiotics are under way. These
results will show whether reactive arthritis can be treated by antibiotics and whether
the elimination of Chlamydia trachomatis in the joint leads to an amelioration of
the arthritis.
Zusammenfassung
Nach einem urogenitalen Infekt mit Chlamydia trachomatis entwickelt sich in 1 - 3%
aller Fälle eine reaktive Arthritis. Obwohl der Erreger durch mikrobiologische Techniken
aus dem Gelenk nicht anzüchtbar ist, gelang es, Chlamydia trachomatis durch molekularbiologische
und immunologische Methoden intraartikulär in Synovia und Synovialmembran nachzuweisen.
Neuere Untersuchungen zeigen, daß Chlamydia trachomatis als metabolisch aktiver, vitaler
Erreger im Gelenk vorliegt. Durch die persistierende Infektion werden fortlaufend
chlamydiale Antigene produziert, die das Immunsystem stimulieren. Somit stellt die
persistierende Chlamydieninfektion im Gelenk eine wesentliche Ursache für die Initiierung
und Aufrechterhaltung der Arthritis dar. Aufgrund dieses pathogenetischen Konzeptes
wurden Therapiestudien mit Antibiotika mit dem Ziel durchgeführt, durch die Elimination
des Erregers eine Ausheilung der Arthritis zu erreichen. Ein Erfolg konnte jedoch
bislang nicht belegt werden. Ursache für das fehlende therapeutische Ansprechen dürfte
der besondere metabolische Status des Erregers im Gelenk sein. Wir haben ein in-vitro
Modell einer persistierenden chlamydialen Infektion entwickelt, mit dem Strategien
zur Erregereradikation evaluiert werden können. Neuere Antibiotika mit guter Wirksamkeit
gegen intrazelluläre Bakterien stehen zur Verfügung, die unter diesen in-vitro Bedingungen
getestet werden. Des weiteren werden klinische Studien zur Wirksamkeit dieser Antibiotika
bei der Chlamydieninduzierten Arthritis durchgeführt. Erst deren Ergebnisse werden
zeigen, ob die artikuläre Chlamydieninfektion mit Antibiotika therapierbar ist und
die Elimination des Erregers zu einer Ausheilung der Arthritis führt.