Z Orthop Unfall 1984; 122(6): 843-847
DOI: 10.1055/s-2008-1045078
© 1984 F. Enke Verlag Stuttgart

Defektersatz mit „Osteogenin-haltiger Gelatine (OCG)“*

Correction of Defects with “Osteogenin-Containing Gelatine (OCG)”F. W. Thielemann, A.-M. Feller, K. Schmidt
  • Chirurgische Klinik und Poliklinik der Universität Tübingen (Direktor: Professor Dr. L. Koslowski)
* Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ve 56/5 - 1
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
18. März 2008 (online)

Zusammenfassung

Um neue Wege bei der Überbrückung diaphysärer Knochendefekte aufzuzeigen, wurde allogene Kortikalis als „Osteogenin-haltige Gelatine (OCG)“ in 1 cm lange komplette Femurdefekte bei Schafen implantiert. Als Kontrollen dienten Tiere, bei denen der Defekt leergelassen wurde.

Die Verlaufskontrolle erfolgte röntgenologisch nach 3, 6, 9 und 12 Wochen. Nach 12 Wochen wurden diese Kortikalissegmente des Femurs nach Tötung der Tiere histologisch aufgearbeitet. Bei allen 4 Tieren der Kontrollgruppe zeigte sich kein Durchbau des Defektes. Bei 4 der 6 Tiere der Implantatgruppe zeigte sich nach 9 Wochen röntgenologisch ein kompletter Durchbau des Defektes; nach 12 Wochen fand sich bei diesen Tieren histologisch vermehrt spongiosiertes neugebildetes Knochengewebe in der ehemaligen Implantatregion. Die OCG war zu diesem Zeitpunkt komplett resorbiert. Bei einem Tier der Implantatgruppe trat ein Infekt im OP-Gebiet auf; ein weiteres Tier konnte wegen einer Plattenlockerung nicht ausgewertet werden.

Abstract

In order to demonstrate an alternative way to correct diaphyseal defects allogenic cortical bone prepared as “osteogenin containing gelatine (OCG)” was used in sheep. Animals without any implants served as controls.

Healing was assessed by radiological examination after 3, 6, 9 and 12 weeks and histological examination after 12 weeks.

In the control group there was no bridging of the defect in all of the four animals. Out of the six animals of the OCG-group one animal suffered from a postoperative infection and one animal failed because of a break-down of the osteosynthesis.

The other four animals exhibited a complete reconstruction of the former defect roentgenologically after 9 weeks. Histologically a new formed spongious bone could be demonstrated in the former defective site. The OCG-implants were completely resorbed after 12 weeks.