Abstract
The family of Ewing tumors (ET) is characterised by a unique gene rearrangement which
is represented by a translocation t(11;22) (q24;q12) or a deletion del 22q12 in most
cytogenetically analysable cases. The recent cloning of the underlying gene fusion
provides the basis for the diagnostic detection of minimal amounts of residual tumor
cells at resection margins, in blood and bone marrow. In addition, the very first
steps in ET tumorigenesis can be studied on a functional basis. In this study, a variety
of fusion products were identified with a sensitivity of 10-6 by means of RT-PCR. In 20 of 22 ET, a gene rearrangement was identified which resulted
in the substitution of the effector domain of one of the closely related DNA-binding
oncogenes, FLI-1 or ERG, by the transactivating domain of a new gene, EWS. Presumably,
the oncogene and consequently its target genes are activated by this type of translocation.
If the EWS domain was replaced with a transcriptionally irrelevant domain by transfection
of a recombinant gene into ET cells, competition with the endogenous chimeric oncogene-product
for DNA-binding was observed resulting in a partial growth inhibition. Activation
of FLI-1 has been previously shown to occure as a primary event in Friend virus induced
mouse erythroleukemia. During progression of this disease, inactivating p53 mutations
have been observed frequently. In contrast, such aberrations were found to be extremely
rare in ET.
Zusammenfassung
Die Familie der Ewing Tumoren (ET) ist durch ein spezifisches Genrearrangement gekennzeichnet,
daß sich in den meisten zytogenetisch analysierbaren Fällen als Translokation t(11;22)
(q24;q12) oder als Deletion del 22q12 darstellt. Die Aufklärung der zu Grunde liegenden
Genfusion ermöglicht erstmals sowohl die funktionelle Untersuchung der frühen Schritte
in der Tumorentstehung als auch den diagnostischen Nachweis von geringen residuellen
ET Zellmengen an Resektionsrändern, in Blut und Knochenmark. Mittels Vervielfachung
von revers transkribierter RNA durch die Polymerasekettenreaktions-Technik (RT-PCR)
konnte eine Vielzahl von verschiedenen Gen fusions produkten identifiziert und mit
einer Sensitivität von 10-6 nachgewiesen werden. In 20 von 22 analysierten Fällen wurde so ein Genrearrangement
nachgewiesen, das zum Ersatz der Effektordomäne eines der eng verwandten DNA-bindenden
Onkogene FLI-1 oder ERG durch die transaktivierende Domäne eines neuen Gens, EWS,
führt. Dies hat eine Aktivierung des Onkogens und damit der von diesem regulierten
Zielgene zur Folge. Ersetzten wir die EWS-Domäne durch eine für die Genregulation
irrelevante Domäne in einem rekombinanten Gen, daß durch Transfektion in ET-Zellen
eingebracht wurde, so trat das artifizielle Genprodukt mit dem endogenen chimären
Onkogen in Kompetition um die Bindung an die Ziel-DNA und bewirkte eine partielle
Wachstumsinhibition der ET-Zellen. Bisher war die Aktivierung des FLI-1 Onkogens als
primäres Ereignis der Cancerogenese nur aus der Friend Virus-induzierten Erythroleukämie
der Maus bekannt. Während im Verlauf dieser Erkrankung inaktivierende p53-Mutationen
mit hoher Frequenz beobachtet wurden, konnten derartige Veränderungen bei ET sehr
selten nachgewiesen werden.