Abstract
Non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) contribute significantly to the development
of gastroduodenal bleeding. In generally it is assumed that NSAIDs with an outstanding
long half-life like piroxicam produce a marked gastroduodenal mucosal damage.
12 healthy male and female subjects aged 22-39 years were administered either diclofenac
50mg bid or tenoxicam 20mg mane on two different 14 days treatment periods in a randomized,
crossover, doubleblind (double dummy technique) design. Only subjects without endoscopically
revealed gastroduodenal lesions were enrolled into the study. Endoscopy was repeated
at days 7 and 14 of therapy. Between treatment periods a 4 weeks wash-out phase was
interposed. The gastroduodenal lesion score was the following:
score 0 = no injury, score 1 = erythema, score 2 = ≤ 9 lesions (petechiae/erosions),
score 3 = ≥ 10 lesions, score 4 = ulcer. There was no significant difference in the
total lesion scores between the two treatment groups (diclofenac days 7 and 14 0.58
± 0.29 and 0.42 ± 0.19, respectively, tenoxicam days 7 and 14 0.42 ± 0.19 and 0.42
± 0.15 (mean ± SEM)). In no volunteer a peptic ulcer was discovered under therapy.
The newly developed NSAID tenoxicam seems to possess a low mucosa damaging potency
which is equivalent to diclofenac.
Zusammenfassung
Die enge Beziehung zwischen gastrointestinalen Schleimhautläsionen und einer kontinuierlichen
Therapie mit NSAR ist heute durch zahlreiche epidemiologische Untersuchungen an großen
Patientenkollektiven eindeutig belegt. In diese doppelblinde cross-over-Studie wurden
12 gesunde männliche Probanden im Alter von 22-39 Jahren aufgenommen. Sie erhielten
in randomisierter Anordnung über zwei je 14tägige Behandlungsperioden entweder Tenoxicam
20mg mane oder Diclofenac 2 × 50 mg/die. Zur Wahrung der Doppelblindheit kam die double-dummy-Technik
zur Anwendung. Zwischen den Therapieperioden lag eine 28tägige Auswaschphase, in der
kein Plazebo gegeben wurde. Die Versuchspersonen durften vor Eintritt in die Studie
keine endoskopisch sichtbaren gastroduodenalen Läsionen aufweisen. Nach 7- und 14tägiger
Behandlung wurde erneut eine Endoskopie vorgenommen. Der Schädigungsscore der gastroduodenalen
Schleimhaut wurde wie folgt eingeteilt: Score 0 = keine nachweisbaren Veränderungen,
Score 1 = Erythem, Score 2 = < 9 Läsionen (Petechien/Erosionen), Score 3 = > Läsionen,
Score 4 = Ulkus.
Hinsichtlich des endoskopischen Schädigungsscores der oberen Gastroduodenalschleimhaut
bestand zwischen den beiden nicht-steroidalen Antirheumatika kein Unterschied. Nach
7- und 14tägiger Behandlung induzierten 20mg Tenoxicam bzw. 2 × 50 mg Diclofenac täglich
mittlere Schädigungsscores von 0,42 ± 0,19 und 0,42 ± 0,15 bzw. 0,58 ± 0,29 und 0,42
± 0,19. Diese Unterschiede erreichten keine statistische Signifikanz. Keiner der Probanden
entwickelte ein Ulkus. Nebenwirkungen wurden weder unter Tenoxicam noch unter Diclofenac
angegeben. Auch die hämatologischen und blutchemischen Kontrollen ergaben Werte im
Normbereich. Zu jedem Zeitpunkt waren die Ergebnisse des Hämoccult-Testes negativ.
Das neuentwickelte nicht-steroidale Antirheumatikum Tenoxicam weist eine geringe gastroläsive
Potenz auf. Sie ist mit der des Diclofenacs identisch.