Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Erfahrungen, die wir nach ca.
1200 Gehirnuntersuchungen mit der magnetischen Resonanztomographie (MRT) an einem
gemischten neurologisch-neurochirurgischen Krankengut gewonnen haben. Entsprechend
unserer Erfahrung besitzt die MRT Vorteile in der topographischen und der gewebecharakterisierenden
Diagnostik. In der topographischen Diagnostik bietet die zusätzliche Verfügbarkeit
einer koronaren und sagittalen Abbildungsebene und die artefaktfreie Darstellung an
Knochen-Weichteil-Grenzen eine verbesserte Darstellung von schädelbasisnahen Läsionen
der mittleren und hinteren Schädelgrube. Für bestimmte Gewebequalitäten/-strukturen
(Blut, Fett, Gefäße) besitzt die MRT relativ charakteristische Signalintensitätsbefunde,
die für die klinische Diagnostik (z. B. chronisches subdurales Hämatom) Bedeutung
haben. Ein entscheidender Vorteil der MRT ist das sehr gute Kontrastauflösungsvermögen
für Weichteilgewebe, welches zu einer verbesserten Darstellung der normalen Hirnanatomie
(z. B. kortikomedullärer Kontrast), von Entmarkungsherden (z. B. multiple Sklerose)
und von bestimmten Hirntumoren (z. B. Astrozytome) führt. Auf der Grundlage unserer
Erfahrungen wird eine sich an den physikalischen Besonderheiten des Verfahrens orientierende
Indikationsstellung durch klinische Beispiele erläutert.
Summary
The current paper is a review of our experience of 1200 examinations of the brain,
using magnetic resonance tomography (MRT), derived from a mixed neurological and neurosurgical
clinic. MRT has advantages in localisation and tissue characterisation. Localisation
is improved by the ability to obtain coronal and sagittal images and by the absence
of artifacts due to bone in lesions in the middle and posterior fossa. Some tissues
and structures (blood, fat, vessels) produce relatively characteristic signals on
MRT, which may be important in clinical diagnosis (eg. chronic subdural haematoma).
A significant advantage of MRT is its excellent contrast resolution of soft tissues;
this results in better demonstration of normal brain anatomy (eg. cortico-medullary
contrast), areas of demyelinisation (eg. multiple sclerosis) and certain cerebral
tumours (eg. astrocytomas) . On the basis of our experience, certain indications are
defined, depending on the physical characteristics of the method; these are illustrated
by clinical examples.