Zusammenfassung
Goldmann beschrieb 1953, dass in einem unterperfundierten Trabekelwerk der Abflußwiderstand
erhöht ist und folgerte, dass nur ständige Durchströmung die Abflußkanäle offenhält.
Beim primär chronischen Glaukom treten unter der Innenwand des Schlemmschen Kanals
Verdichtungen auf, die aus feinfibrillärem Material sowie verschiedenen Glykoproteiden
bestehen. Es werden drei verschiedene Untersuchungsmethoden vorgeschlagen, durch die
die Frage geklärt werden könnte, ob bei Glaukompatienten tatsächlich Regionen im Trabekelwerk
mit reduzierter Durchflußrate vorhanden sind: 1. Dopplermethode mit Ultraschall. Ein
Sender mit stark divergentem Strahl könnte auf die Kornea gesetzt und die Limbusregion
mit einem sehr kleinen Empfänger abgetastet werden. Wird das Trabekelwerk durchströmt,
könnte eine Dopplerverschiebung der Ultraschallfrequenz auftreten und mit üblichen
Methoden hörbar gemacht werden. Über verdichteten Regionen würden sie fehlen. 2. Dopplermethode
mit Laserlicht. Wenn monochromatisches Laserlicht in den Kammerwinkel geschickt und
das zurückgestreute Licht mit dem Originallicht gemischt wird, könnte in durchströmten
Regionen ein Dopplereffekt auftreten. Allerdings sind die heute vorhandenen Laser
nicht ausreichend monochromatisch. 3. Beobachtungen von Albumin-gebundenem Fluorescein,
das vom Kanal aus in die Vorderkammer eintritt. Der Kanal wird retrograd mit Blut
gefüllt. Die gonioskopische Untersuchung wird mit polarisiertem Licht und Beobachtung
durch ein gleichgerichtetes Polarisationsfilter durchgeführt.
Summary
In 1953, Goldmann observed that outflow resistance increases in an underperfused meshwork and concluded
that only continuous perfusion keeps the outflow channels open. In primary open-angle
glaucoma densifications occur beneath the inner wall of Schlemm's canal. They consist
of fine fibrillary material and various glycoproteins. In order to see if densifications
with reduced flow exist in clinical cases three possible examination techniques are
proposed. (1) Doppler ultrasound: A transmitter with a very divergent beam could be
placed on the cornea and the limbus probed with a small-diameter receiver. If the
meshwork is perfused radially some Doppler frequencies might be generated and rendered
audible in the usual way. Over densifications without perfusion they would be absent.
(2) Doppler laser: If monochromatic light were used in a gonioscope and the light
returned from the angle mixed with the original, it might be possible to observe Doppler
frequencies. However, present-day lasers are not sufficiently monochromatic. (3) Observation
of albumin-bound fluorescein entering the chamber from the canal. The canal is filled
retrogradely with blood. Gonioscopy with polarized excitant light and observation
through a polarized filter.