Zusammenfassung
Fragestellung: Im Rahmen einer radiometrischen Analyse wird das mittelfristige Verhalten von lumbosakralen
Fusionsoperationen unter Verwendung eines femorokortikalen Allograftringes untersucht.
Methode: Bei 41 Patienten (Mindestnachbeobachtungszeitraum 2 Jahre) mit therapieresistenten
Lumbalgien wurde ein kombinierter Eingriff mit ventraler interkorporeller Fusion mittels
eines femorokortikalen Allograftringes, gefüllt mit autologer Beckenkammspongiosa,
und dorsaler Stabilisierung mit translaminärer Verschraubung durchgeführt. Die Beurteilung
der knöchernen Fusion erfolgte durch einen unabhängigen Skelettradiologen anhand routinemäßig
in 3 monatlichen Abständen durchgeführten seitlichen Tomographien. Der posteriore
intervertebrale Abstand (PIA) und die segmentale Lordose des jeweiligen Segmentes
wurde anhand der prä- und postoperativen seitlichen Röntgenaufnahmen sowie nach 3,
6, 12 Monaten und zum Nachuntersuchungstermin bestimmt. Weiterhin wurden qualitative
Merkmale wie Resorption, Lysezonen und Inkorporation der Allograftringe erfaßt.
Ergebnisse: Die Fusionsrate betrug 95,2% mit 59 von 62 fusionierten Segmenten bei einer durchschnittlichen
Dauer bis zur knöchernen Fusion von 8,7 Monaten (2-34 Monate). Der zunächst operativ
erreichten Vergrößerung des PIA um durchschnittlich 1,9 Millimeter folgte ein Höhenverlust
von durchschnittlich 1,6 Millimeter überwiegend in den ersten 12 Monaten, so daß zum
Nachbeobachtungszeitpunkt ein vernachlässigbarer intervertebraler Höhengewinn von
durchschnittlich 0,3 Millimeter verblieb. Auch die segmentale Lordose lag zum Nachuntersuchungszeitpunkt
nur geringfügig über dem präoperativen Wert. In 33,9% kam es zu einem deutlichen postoperativen
Höhenverlust, der in 18,6% auf eine partielle Resorption und in 15,3% auf eine Protrusion
des Allograftringes in die angrenzenden Wirbelkörperabschlußplatten zurückgeführt
werden konnte. Eine komplette radiologische Inkorporation des Allograftringes konnte
in 25,8% beobachtet werden.
Schlußfolgerungen: Die Technik der interkorporellen Fusion mittels eines femorokortikalen Allograftringes
und zusätzlich dorsaler Stabilisierung mit translaminärer Verschraubung weist eine
hohe Fusionsrate bei einem insgesamt stabilen radiologischen Verhalten nach 2 bis
5 Jahren auf.
Abstract
Aim of the study: To evaluate the midterm radiographic behaviour of femorocortical allograftrings (FCA)
in lumbosacral fusions in patients with disabling low back pain.
Methods: The radiographs of 41 patients with a minimum follow-up of 2 years were analysed
by an independent orthopedic radiologist. The fusion rate was determined on lateral
tomograms routinely obtained at 3 months intervals. On lateral radiographs the posterior
intervertebral disc height as well as the segmental lordosis were measured. Changes
of the allograftring such as mottling, resorption and incorporation were registered.
Results: The fusion rate was 95,2%. Time to radiographic fusion averaged 8,7 months (2-34
months) and in 66,1% radiographic fusion occurred without significant subsidence.
In 18,6% fusion with subsidence resulted from resorption of the FCA and in 15,3% the
FCA had protruded into the vertebral body. The posterior intervertebral disc height
increased postoperatively by 1,9 millimeters on average. However, postoperative height
loss was the rule and occurred within the first 12 postoperative months, resulting
in a negligible final gain in height of 0,3 millimeters on average. The final gain
in segmental lordosis was 1,3° on average. Complete graft incorporation occurred in
16 of 62 segments (25,8%).
Conclusion: The described technique has proven to be highly effective in achieving a high fusion
rate with a stable midterm graft behaviour.
Schlüsselwörter
interkorporelle lumbale Fusion - Allograft - Lumbalgie - Postdiskotomiesyndrom - diskogenes
Schmerzsyndrom
Key words
Anterior lumbar interbody fusion - allograft fusion - low-back pain - postdiscectomy
syndrome - discogenic pain