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DOI: 10.1055/s-2008-1060150
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York
Gruppierte Faszikulationen und ihre Korrelation zur Myokymie: Zur Terminologie der Spontanaktivität im EMG
Grouped fasciculations and their relation to myokymiaPublication History
Publication Date:
18 March 2008 (online)
Summary
German electromyogrophers did not adopt the term „myokymic discharge” because of questionable relation to clinical myokymia. Reanalysis of 1600 EMG examinations identified 20 patients with recurring fasciculation groups. Seven patients had visible myokymia. Croups recurred periodically in 9 patients. Periodicity was difficult to prove and probably underdetected, if between group intervals were long. Both, irregularly or periodically recurring grouped fasciculations induced visible myokymia, 1. if distal or superficial muscles were involved, 2. if repetition rate was slow enough to preclude fusion and 3. if there was no interfering background activity. The densest fasciculation patterns occured in 4 patients with disseminated demyelinating neuropathies. Different from brachial plexus lesions, grouped fasciculations did not distinguish radiation dammage and neoplastic infiltration in the leptomeningeal space: two patients with neoplastic nerve root infiltration had prominent grouped fasciculations. Periodicity of grouped fasciculations neither predicted diagnosis nor presence of visible myokymia. They indicated nerve lesions sparing axons and were recognizable EMG phenomena with clinical relevance.
Zusammenfassung
Weder der Begriff „gruppierte Faszikulationen” noch der Begriff „myokyme Entladung” haben sich im Deutschen zur Bezeichnung repetitiver Spontanentladungen formal identischer Einzelpotentiale mit variabler innerer Frequenz durchgesetzt. Sie werden häufig wenig aussagekräftig als „Serienentladung” oder manchmal sogar als „pseudomyotone Serie” bezeichnet. Mangelnde klinisch-neurophysiologische Korrelation soll der Übernahme der amerikanischen Bezeichnung „myokyme Entladung” entgegenstehen. Retrospektiv fanden sich unter 1600 sukzessiven EMG-Registrierungen zwanzig Beispiele gruppierter Faszikulationen, bei sieben Patienten mit sichtbarer Myokymie. Myokymien waren sichtbar, wenn die Faszikulationsgruppen in distalen oder oberflächlich gelegenen Muskeln auftraten und sich so langsam wiederholten, daß die einzelnen Kontraktionen nicht miteinander verschmolzen. Besonders lebhaft waren die Entladungen bei demyelinisierenden Neuropathien. Unerwartet fanden sich gruppierte Faszikulationen auch bei zwei Patienten mit neoplastischer Nervenwurzelinfiltration. Anders als bei Armplexusläsionen halfen sie also nicht bei der Abgrenzung von Strahlenschäden. Gemeinsam waren allen Patienten mit gruppierten Faszikulationen periphere Nervenläsionen, die das Axon intakt ließen. Wegen seiner klinischen Relevanz verdient das Phänomen einen prägnanten Namen. Da eine Beziehung zur Myokymie besteht, erscheint der Begriff „myokyme Entladung” vertretbar.
Key words:
Myokymic discharge - Fasciculation - Electromyography - Spontaneous activity - Myokymia
