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DOI: 10.1055/s-2008-1060237
Veränderung der frühen akustisch evozierten Hirnstammpotentiale (FAEP) unter Intensivtherapie
Abnormalities of BAEP Arising during treatment om the intensive care unit (ICU)Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
18. März 2008 (online)
Summary
We recorded brainstem auditory evoked potentials (BAEP) in 21 patients of both neurological and anesthesiological intensive care unit. Each patient was tested twice or more. To be included in the study patients had to present normal BAEF recordings initially using a stimulus intensity of 90 dB/HL. Pathological brainstem functions had been excluded clinically and neuroradiologically by CCT scan. During the trial the BAEP recordings of 11 of these patients remained normal, whereas the BAEP patterns of 10 patients presented abnormalities. The most obvious finding in each of the 10 patients was an amplitude reduction particularly of wave I, later also of wave V. Wave I disappeared completely at least unilaterally in 9 patients. Additionally, wave V disappeared at least unilaterally in 5 patients. Three patients showed prolonged wave I latency as long as it could be identified. In 5 patients wave V latency was prolonged at least unilateral. Inter-peak-latency (IPL) I-V could not be measured in 4 of these patients as it was impossible to identify wave I any longer. In one patient IPL I-V was prolonged. The described abnormalities were irreversible in 8 patients for the duration of our investigation. One patient recovered completely, another partly. Our results match with BAEP results in sensorineural hearing loss. The underlying disease could not explain the BAEP-alterations in any of the patients. The described abnormalities also could not be explainted by artificial ventilation or hyperthermia. They are caused by ototoxic side-effects under tretment with aminoglycosides possibly in combination with cephalosporins. The rate is possibly higher than previously presumed.
Zusammenfassung
Bei 2 Patienten einer neurologischen bzw. anästhesiologischen Intensivstation leiteten wir zwei- bis mehrmalig die frühen akustisch evozierten Hirnstammpotentiale (FAEP) ab. Aufgenommen wurden nur Patienten, deren initiale frühe AEP bei überschwelliger Reizung mit 90 dB/HL unauffällig waren und bei denen neuroradiologisch (cCT) und/oder klinisch eine Hirnstammfunktionsstörung ausgeschlossen worden war. Die frühen AEP von elf dieser Patienten blieben unverändert, während sich bei zehn Patienten Veränderungen beobachten ließen. Dominierender Befund, der sich bei allen zehn Patienten beobachten ließ, war eine Amplitudenreduktion, welche vor allem und zuerst die Welle I betraf, im weiteren zeitlichen Verlauf aber auch die Welle V erfassen konnte. Bei neun Patienten kam es zu einem zumindest einseitigen Verlust der Welle I, bei fünf Patienten auch zu einem zumindest einseitigen Verlust von Welle V. Die Latenz der Welle I war bei drei Patienten verzögert, solange diese noch identifiziert werden konnte. Eine Latonzverzögerung der Welle V trat bei fünf Patienten zumindest einseitig auf. Die Zwischengipfellatenz I-V konnte bei vier dieser Patienten nicht bestimmt werden, da die Welle I nicht mehr identifizierbar war. Bei einem Patienten war sie verzögert. Die beobachteten Veränderungen blieben bei acht dieser Patienten innerhalb des Untersuchungszeitraumes unverändert, während sie sich bei einem Patienten teilweise und bei einem anderen Patienten komplett zurückbildeten. Die aufgetretenen Befunde passen zu Befunden der frühen AEP bei sensorineuraler Hörstörung. Bei keinem der Patienten ließ sich die Veränderung der frühen AEP durch die Grundkrankheit erklären. Sie sind Ausdruck einer durch die ototoxischen Nebenwirkungen von Aminoglykosiden, möglicherweise in Kombination mit Kephalosporinen, sich entwickelnden sensorineuralen Hörstörung. Deren Häufigkeit ist dabei bisher vielleicht zu niedrig angesetzt worden.
Key words
Brainstem auditory evoked potentials - BAEP - Sensorineural hearing loss - Ototoxic effects - Aminoglycoside ototoxicity - Intensive care medicine
