Zusammenfassung
An 48 unbehandelten Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der Lunge und des Mund-Kiefer-Gesichtsbereiches
wurde der diagnostische Stellenwert der Serumkonzentrationen des Squamous-cell-carcinoma-(SCC-)Antigens
geprüft. Zur Frage der Spezifität wurde SCC auch bei 55 Patienten mit verschiedenen
anderen epithelialen Neoplasien, bei 18 Patienten mit entzündlichen Lungenerkrankungen,
bei 43 Patienten mit Leber- und 34 Patienten mit Nierenfunktionsstörungen untersucht.
Die Sensitivitätsrate des SCC bei Plattenepithelkarzinomen der Lunge betrug 53 %,
bei den Karzinomen des Mund-Kiefer-Gesichtsbereiches lag sie bei 34 %. Beide Gruppen
unterschieden sich signifikant von allen anderen Gruppen mit Ausnahme der Patienten
mit Nierenfunktionsstörungen, die ebenfalls in mehr als der Hälfte der Fälle erhöhte
Serumkonzentrationen aufwiesen. Der Anteil falschpositiver SCC-Werte lag bei jeweils
11 % für die Patienten mit entzündlichen Lungenerkrankungen bzw. mit anderen epithelialen
Neoplasien und bei 7 % für die Patienten mit Leberfunktionsstörungen. SCC stellt keinen
spezifischen Marker für Plattenepithelkarzinome dar. Sein klinischer Stellenwert dürfte
vor allem in der Verlaufskontrolle dieser Patienten liegen.
Abstract
The diagnostic value of serum concentrations of squamous-cell carcinoma (SCC) antigen
was evaluated on 48 untreated patients with squamous-cell carcinoma of the lung or
oro-maxillo-facial region. To test for specificity SCC antigen was also looked for
in 55 patients with various other epithelial neoplasms, in 18 with inflammatory lung
disease, and in 43 with liver and 34 with renal function abnormalities. The sensitivity
rate of SCC antigen in squamous-cell carcinoma of the lung was 53 %, in carcinoma
of the oromaxillo-facial region 34 %. Both groups differed significantly from all
other groups, except for patients with abnormal renal function more than half of whom
had raised serum concentrations. The proportion of false-positive SCC values was 11 %
each for patient with inflammatory lung disease and other epithelial neoplasias, and
7 % for patients with abnormal liver function. SCC is not a specific marker for squamous-cell
carcinoma. Its clinical value probably lies mainly in monitoring the course of such
tumours.