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DOI: 10.1055/s-2008-1076815
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York
Mann-männliche Prostitution und HIV / Aids
Der Einfluss des Framings auf das HIV-Schutzverhalten von SexarbeiternPublication History
Publication Date:
16 June 2008 (online)


Übersicht:
In einer qualitativen Studie mit 15 Sexarbeitern, die ihre sexuellen Dienste Männern anbieten, untersuchen die Autorinnen und Autoren, welche Konsequenzen verschiedene Situationsdefinitionen auf das HIV-Schutzverhalten haben. Sie werten die Interviews mittels der Grounded Theory (Theoretisches Kodieren) aus und ziehen dabei die Rahmentheorie Hartmut Essers als Sensitizing Concept heran. Es lassen sich bei den befragten Sexarbeitern vier Rahmen (Frames) für transaktionalen Sex (Sex im Austausch gegen Geld oder Güter) und drei für nicht transaktionalen Sex identifizieren. Im transaktionalen Kontext zeigen diejenigen Sexarbeiter sexuelles Risikoverhalten, die existenziell vom Einkommen durch ihre Tätigkeit abhängig sind oder jene, die mit Sexarbeit auch sexuelle Bedürfnisse befriedigen möchten. Es wird deutlich, dass es Möglichkeiten des Wechsels einer Situationsdefinition (Reframing) gibt. Vormalige Freier können so zu privaten Liebhabern werden. Diese Reframings wirken sich auch auf das HIV-Schutzverhalten aus. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven in der Präventionsarbeit mit Sexarbeitern.
Schlüsselwörter
Aids - Grounded Theory - HIV-Schutzverhalten - Mann-männliche Prostitution - Sexarbeiter - Situationsdefinition - Stricher