Eggermont AMM.
et al.
Adjuvant Pembrolizumab versus Placebo in Resected Stage III Melanoma.
N Engl J Med 2018;
378: 1789-1801
Die randomisierte, doppelblinde, industriefinanzierte Phase-III-Studie fand an 123
medizinischen Zentren in 23 Ländern statt. Während der Zeitspanne zwischen August
2015 und November 2016 wurden 1019 Patienten nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen
aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt alle 3 Wochen intravenös 200 mg Pembrolizumab (n = 514)
und eine weitere Gruppe Placebo (n = 505), und zwar insgesamt 18 Dosen (ca. 1 Jahr)
oder bis zum Auftreten eines Rezidivs bzw. inakzeptabler toxischer Effekte. Als primären
Endpunkt wählten die Autoren das rezidivfreie Überleben innerhalb der gesamten „Intention-to-Treat“-Population
sowie einer Subpopulation von Patienten mit PD-L1-positiven Tumoren. Zudem protokollierten
sie das Auftreten von unerwünschten Ereignissen.
Ergebnisse
Die Nachbeobachtung der Patienten erstreckte sich im Median über 15 Monate. 70 von
509 Patienten (13,8 %) der Pembrolizumab-Gruppe brachen die Behandlung aufgrund eines
unerwünschten Ereignisses ab. Bei 66 Patienten (13,0 %) war die Medikation der Grund
dafür. Innerhalb der Placebo-Gruppe beendeten 11 von 502 Patienten (2,2 %) die Studienteilnahme
ebenfalls wegen eines unerwünschten Ereignisses, wobei im Fall von 8 Patienten (1,6 %)
das Ereignis auf die Placebogabe zurückzuführen war. 109 Patienten unter Pembrolizumab
(21,4 %) setzten die Studienmedikation aufgrund eines Krankheitsrückfalls ab, unter
Placebo war dies bei 179 Patienten (35,7 %) der Fall. „Intention-to-Treat“-Population:
Die Autoren konnten zeigen, dass Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo mit einem signifikant
längeren rezidivfreien Überleben einhergeht (1-Jahres-Raten des rezidivfreien Überlebens
75,4 vs. 61,0 %; Hazard Ratio [HR] für Rezidive oder Tod 0,57). Innerhalb der Subpopulation
von 853 Patienten, die PD-L1-positive Tumoren aufwiesen, betrugen die 1-Jahres-Raten
des rezidivfreien Überlebens in der Pembrolizumab-Gruppe 77,1 % und in der Placebo-Gruppe
62,6 % (HR 0,54; p < 0,001). Jeweils 77,8 % der Studienteilnehmer, die mit Pembrolizumab
behandelt worden waren, zeigten mit diesem Behandlungsregime in Zusammenhang stehende
unerwünschte Ereignisse gegenüber 66,1 % der Patienten aus der Placebo-Gruppe. Entsprechende
Ereignisse der Grade 3 – 5 waren bei jeweils 14,7 und 3,4 % zu verzeichnen. Innerhalb
der Pembrolizumab-Gruppe kam es zu 1 behandlungsbezogenen Todesfall.
Patienten mit Hochrisiko-Stadium-III-Melanomen, die im Abstand von 3 Wochen bis zu
1 Jahr lang Pembrolizumab erhalten hatten, zeigten gegenüber Patienten aus der Placebo-Gruppe
ein signifikant längeres rezidivfreies Überleben. Das Sicherheitsprofil des PD-1-Inhibitors
entsprach demjenigen aus früheren Untersuchungen.
Dr. Frank Lichert, Weilburg