Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2020; 15(05): 427-441
DOI: 10.1055/a-1021-3797
Wirbelsäule

Spondylolisthese und Spondylolyse

Bastian Storzer
,
Robert Morrison
,
Klaus John Schnake
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Als Spondylolisthese wird eine Instabilität der Wirbelsäule mit Gleiten zweier Wirbelkörper zueinander bezeichnet. Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen – angeboren oder erworben – unterscheidet sich die Klinik stark. Die Spondylolyse ist die Spaltbildung in der Pars interarticularis eines Wirbelbogens, d. h. im Bereich zwischen dem oberen und unteren Gelenkfortsatz des Wirbelbogens. Die Folge davon kann ein Gleiten des lytischen Wirbels nach ventral sein.

Kernaussagen
  • Spondylolisthesen stellen ein sehr heterogenes Krankheitsbild dar.

  • Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen der Spondylolisthese unterscheidet sich die Klinik; prinzipiell kann es zu Lumbalgien, Radikulopathien mit oder ohne neurologische Ausfälle und Problemen aufgrund der Deformität kommen.

  • Degenerative und isthmische Spondylolisthesen kommen häufig vor und können zumindest zu Beginn regelhaft konservativ behandelt werden.

  • Hingegen stellt insbesondere die hochgradige dysplastische Spondylolisthese ein selteneres Krankheitsbild dar, welches vor allem bei der operativen Therapie eine große Erfahrung voraussetzt.

  • Die Indikationsstellung zur OP ist vor allem bei den degenerativen Pathologien schwierig; die Entscheidung für die Operation sollte individuell getroffen werden.

  • Eine Leitlinie zum operativen Vorgehen existiert nicht.



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Article published online:
28 September 2020

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